Wirtschaft

Schaden noch nicht absehbar Bayer ist Opfer von Hackerattacke

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Bayer gab die Attacke erst jetzt bekannt.

(Foto: REUTERS)

Eine Cyberattacke trifft den Chemie-Riesen Bayer. Dahinter soll die gleiche Hackergruppe stecken, die auch schon Thyssenkrupp angegriffen hat. Die Schadsoftware der Angreifer findet sich auch bei mehreren Mittelstandsunternehmen. Die Spur führt nach Fernost.

Bayer ist Opfer einer Cyberattacke geworden. Das Cyber Defense Center von Bayer habe Anfang 2018 den Angriff durch die Hackergruppe Winnti festgestellt und umfangreiche Analysen gestartet, teilte der Pharma- und Agrarchemiekonzern mit. Es gebe keine Evidenz für einen Datenabfluss. Die Höhe des entstandenen Schadens sei noch nicht absehbar, sagte ein Konzern-Sprecher. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln seien noch am Laufen.

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Nach Angaben von Bayer haben die Experten des Cyber Defense Centers die betroffenen Systeme identifiziert, analysiert und bereinigt. Sie hätten dabei eng mit der Deutschen Cyber-Sicherheitsorganisation (DCSO) sowie dem Landeskriminalamt in Nordrhein-Westfalen zusammengearbeitet. Wann genau die Hacker Zugriff auf das Netzwerk von Bayer erlangten, sei unklar, sagte der Sprecher. Sie hätten diesen aber unter Beobachtung bis Ende März dieses Jahres gehabt. "Die infizierten Systeme hat unser Cyber Defense Center bewusst zunächst nicht bereinigt, um potenzielle Kommunikation der Angreifer analysieren zu können", erklärte Bayer. Ende März seien dann alle Systeme bereinigt worden. Bis dahin seien die Hacker nicht aktiv geworden.

Große Unternehmen zählen Cyber-Attacken inzwischen zu den größten Risikofaktoren für ihr Geschäft. Der Bundesnachrichtendienst (BND) erwartet immer mehr Angriffe durch Hacker. "Weltweit sinkt die Hemmschwelle, Cyber-Angriffe zur Erlangung von politischen, militärischen oder wirtschaftlichen Vorteilen einzusetzen", hatte BND-Präsident Bruno Kahl im Februar gewarnt. Deutschland sei davon genauso betroffen wie EU-Partner. Man könne sich nur durch ein gemeinsames Vorgehen dagegen wehren.

Laut Bericht des BR und des NDR fand sich die Winnti-Schadsoftware neben der Spähaktion bei Bayer bei mindestens drei Unternehmen aus dem deutschen Mittelstand. Nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) soll es sich dabei um Firmen handeln, die im Bereich Chemie, Maschinen- und Anlagenbau sowie Software tätig sind. Die Hackergruppe Winnti, die im Auftrag des chinesischen Staats agieren soll, soll auch hinter dem Cyber-Angriff auf Thyssenkrupp 2016 stecken.

Quelle: ntv.de, hul/rts

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