Wirtschaft

Von vier Millionen auf Null Bayer ruft ehrgeizige Klimaziele aus

83955287.jpg

Macht die Klimaziele bei Bayer zur Chefsache: Werner Baumann.

(Foto: picture alliance / dpa)

Deutschlands Chemieriese Bayer soll C02-neutral werden: Bis 2030 will der Dax-Konzern den Kohlendioxidausstoß komplett neutralisieren. Die Emissionen sollen von vier Millionen Tonnen auf Null sinken. Bayer zählt unter anderem auch auf Landwirte.

Der Pharma- und Agrarkonzern Bayer will sich binnen zehn Jahren in ein CO2-neutrales Unternehmen verwandeln. Dafür müssen Emissionen von derzeit rund vier Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr eingespart oder kompensiert werden, kündigte Vorstandschef Werner Baumann an.

Um die neuen Klimaziele zu erreichen, will Bayer zu 100 Prozent auf Strom aus erneuerbaren Energien umsteigen und insgesamt weniger Energie verbrauchen. Verbleibende Emissionen sollen kompensiert werden. Wieviel Geld Bayer für den Vorstoß in die Hand nehmen will, teilte der Leverkusener Konzern nicht mit. Die Höhe der dafür geplanten Investitionen sowie weitere Details sollen im kommenden Juni genannt werden, sagte ein Sprecher. Die Finanzziele bis 2022 würden von dem Vorhaben nicht beeinflusst.

Bauman betonte, der Konzern werde seine Nachhaltigkeitsziele künftig mit dem gleichen Nachdruck verfolgen wie seine Finanzziele. Die Ziele würden nicht nur in die Entscheidungsprozesse des Unternehmens, sondern auch in die Vergütungssysteme des Vorstands und des Managements integriert.

Baumann: Nicht auf die Politik warten

"Indem wir Nachhaltigkeit zu einem noch wichtigeren Bestandteil unserer Strategie und unserer geschäftlichen Abläufe machen, legen wir die Grundlage für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg und leisten gleichzeitig einen positiven Beitrag für die Gesellschaft und die Umwelt", erklärte er. In einem Gastbeitrag im "Handelsblatt" appellierte Bayer-Chef Baumann zugleich an andere große Konzerne, nicht auf nationale Klimapolitik zu warten, sondern zu handeln, um das Pariser Klimaabkommen umzusetzen.

Bayer
Bayer 63,70

Bayer will auch Lieferanten und Kunden mit ins Boot holen, hieß es. Zugleich wolle das Unternehmen dazu beitragen, die Umweltauswirkungen von Pflanzenschutz und die Treibhausgas-Emissionen in großen Agrarmärkten bis 2030 um 30 Prozent zu senken. Dies könne etwa durch neue Produkte und digitale Technik geschehen, erklärte Baumann. Landwirte könnten unter anderem durch den Verzicht auf Kohlendioxid freisetzendes Pflügen oder durch einen präziseren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes beitragen.

Verhütungsmittel für 100 Millionen Menschen

Vorstandschef Baumann will zudem in der neu geschaffenen Funktion als "Chief Sustainability Officer" persönlich die Umsetzung verantworten, wie aus einer Präsentation hervorgeht. Alle Geschäftsbereiche sollen künftig klare Nachhaltigkeitsziele bekommen, und Bayer will jährlich darüber Bericht erstatten. Die Ziele sollen auch Eingang in die variable Vergütung auf Managerebene finden. Ein unabhängiger Rat für Nachhaltigkeit soll gebildet werden und die Unternehmensführung beraten.

Darüber hinaus will Bayer bis 2030 jeweils 100 Millionen Kleinbauern und Frauen in Schwellenländern unterstützen. Dabei will der Konzern vor allem die Versorgung mit modernen Verhütungsmitteln zu erschwinglichen Preisen sicherstellen und den Menschen vor Ort mit Wissen und Partnerschaften unter die Arme greifen.

Quelle: ntv.de, jru/DJ/dpa/rts