Wirtschaft

Nach Flugunglück in Äthiopien Behörde sperrt EU-Luftraum für Boeing 737 Max

Nachdem Deutschland und Großbritannien ihren Luftraum für die umstrittene Boeing 737 Max schließen, zieht nun auch die europäische Agentur für Flugsicherheit nach. Bis auf Weiteres sei der gesamte europäische Luftraum für die neuen Boeing-Flugzeuge gesperrt, teilt die Behörde mit.

Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hat den europäischen Luftraum für Maschinen des Typs Boeing 737 Max gesperrt. Die Ankündigung am Abend kam nur wenige Stunden, nachdem bereits mehrere EU-Länder ihren Luftraum für die Boeing-Maschinen gesperrt hatten, darunter Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien.

Das Verbot gelte als "Vorsichtsmaßnahme" für die Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 und Boeing 737 Max 9, erklärte die EASA. Als Grund führte die Behörde den Absturz einer Boeing 737 Max 8 am Sonntag in Äthiopien an. Dabei kamen 157 Menschen ums Leben, darunter auch fünf Deutsche. Ein Flugzeug des gleichen Typs war bereits im Oktober in Indonesien abgestürzt.

Boeing
Boeing 347,16

Vor der Ankündigung der EASA haben bereits mehrere Länder den Einsatz des betroffenen Flugzeugtyps untersagt oder eingeschränkt. Neben Australien haben unter anderem Singapur und Malaysia den Betrieb auf ihrem Gebiet verboten. Die indische Luftfahrtbehörde DGCA schreibt ab sofort eine Flugerfahrung von mindestens 1000 Stunden für Piloten des Flugzeugtyps vor. Auch einige Airlines lassen die umstrittenen Flieger am Boden.

Deutsches Flugverbot gilt drei Monate

Die Sperre des deutschen Luftraums für das Boeing-Modell 737 Max gilt für drei Monate. Bis einschließlich 12. Juni dürfe kein Flugzeug des Typs Boeing 737 Max 8 und Max 9 über der Bundesrepublik fliegen, erklärte die Deutsche Flugsicherung (DFS) in Langen bei Frankfurt. Die Anordnung gelte ab 18.30 Uhr. Flugzeuge, die sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch im deutschen Luftraum befänden, dürfen den Flug bis zum Ausflug beziehungsweise zur Landung fortsetzen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sagte gegenüber n-tv: "Sicherheit geht absolut vor. Bis alle Zweifel ausgeräumt sind, habe ich veranlasst, dass der deutsche Luftraum für die Boeing 737 Max ab sofort gesperrt wird."

Unterdessen beharrt Boeing beharrt auf der Sicherheit der Baureihe. "Wir haben volles Vertrauen in die Sicherheit", teilte der Konzern mit. Boeing verwies erneut darauf, dass die US-Luftfahrtbehörde FAA derzeit keine weiteren Maßnahmen fordere. In den kommenden Wochen will der Konzern jedoch ein wichtiges Software-Update für die Baureihe anbieten. Die Devise laute, "ein bereits sicheres Flugzeug noch sicherer machen", versprach Boeing. Die 737-Max-Serie gilt als Verkaufsschlager, seit 2017 gaben dem Konzern zufolge rund hundert Käufer insgesamt mehr als 5000 Bestellungen ab.

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Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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