Wirtschaft

Flughafenchef Stefan Schulte Bei Fraport ist wieder "ein bisschen Leben"

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Die Maske gehört für Crews und Passagiere zur neuen Normalität am Flughafen.

(Foto: REUTERS)

Langsam nimmt die Luftfahrt ihren Betrieb wieder auf. Erste Touristen können wieder in den Urlaub fliegen. Der Chef des Flughafenbetreibers Fraport, Stefan Schulte, erwartet aber so schnell keine vollständige Erholung - und prophezeit im Podcast "Die Stunde Null" höhere Ticketpreise.

250.000 Passagiere wurden vergangene Woche am Frankfurter Flughafen abgefertigt, rund 3000 Flüge gab es. Das sind knapp 80.000 Passagiere mehr als in der Woche zuvor, aber immer noch über 80 Prozent weniger als 2019. "Normalerweise hätten wir über 200.000 Passagiere pro Tag", sagte Stefan Schulte, Vorstandschef des Flughafenbetreibers Fraport im Podcast "Die Stunde Null" (Capital, ntv, Stern) "Aber immerhin geht es nach oben, es gibt ein bisschen Leben in der Bude."

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Stefan Schulte rechnet mit langanhaltenden Folgen der Corona-Krise auf alle Bereiche des Luftverkehrs.

(Foto: dpa)

Der Luftverkehr gehört zu den Branchen, die durch die Corona-Krise am schwersten getroffen wurden und sehr früh fast ohne Geschäft dastanden. Viele Fluglinien mussten mit Staatshilfen gestützt werden, auch die deutsche Lufthansa. Mindestens ebenso betroffen sind Flugzeughersteller wie Airbus und Boeing - und die Betreiber der Flughäfen. Landebahnen und Terminals wurden stillgelegt, allein Fraport schickte zeitweise 18.000 der 22.000 Angestellten in Kurzarbeit.

Auch wenn das Fluggeschäft wieder anzieht, erwartet Schulte nachhaltige Folgen. "Der Markt wird sich deutlich verändern, mit einer heftigen Auswirkung auf unsere Branche - egal ob es die Flugzeugbauer sind, die Zulieferer, die Airlines oder die Flughäfen", sagt er. Er prognostiziert weniger Flugverkehr, Fluggesellschaften mit kleineren Flotten, deutlich höheren Schulden und mehr Staatseinfluss - und mittelfristig höhere Ticketpreise. Auch die Fraport AG, die weltweit 31 Flughäfen betreibt und rund 180 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigt, wird sich von 3000 bis 4000 Mitarbeitern trennen müssen.

Vor allem Geschäftsreisen würden durch den Trend zu Videokonferenzen und den Kostendruck bei den Unternehmen nicht auf das Niveau zurückkommen, sagt Schulte. Er rechnet mit 20 bis 30 Prozent weniger Businesstrips. Auch bei den Freizeit- und Urlaubsreisen fehle noch das Grundvertrauen. "Noch einige Jahre werden wir 15 bis 20 Prozent weniger Passagiere haben", sagt Schulte. Langfristig aber werde die Branche wieder wachsen: "Wir werden weiterfliegen. Und das ist auch gut so."

Was Stefan Schulte der "Fridays for Future"-Aktivistin Luisa Neubauer sagen würde, welche Einschnitte er plant und ob er sich selber sicher an Bord fühlt – das hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null", direkt bei Audio Now, Apple oder Spotify oder via Google.

Quelle: ntv.de, mbo