Wirtschaft

Insider: Filialen sind nicht aufgeteilt Bei Tengelmann ist keine Einigung in Sicht

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Es um 15.000 Jobs.

(Foto: dpa)

Die Beschäftigten von Kaiser´s Tengelmann müssen weiter um ihre Jobs zittern. Insider weisen einen Bericht zurück, wonach Rewe und Edeka einen Teil der Filialen schon untereinander aufgeteilt hätten. "Es gibt keine Einigung", stellt auch Rewe klar.

Bei den Verhandlungen über die Zukunft der angeschlagenen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann hat es noch keinen Durchbruch gegeben. "Es gibt keine Einigung", sagte ein Rewe-Sprecher. Die "Bild am Sonntag" hatte zuvor berichtet, Edeka-Chef Markus Mosa und Rewe-Chef Alain Caparros hätten sich weitgehend auf eine Aufteilung der Filialen in Berlin und Bayern verständigt.

Dagegen sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters, es sei noch immer völlig offen, ob es Altkanzler Gerhard Schröder gelingen werde, als Schlichter eine Einigung zwischen Rewe, Edeka und Tengelmann zu vermitteln. Schröder hat für Montag weitere Gespräche angesetzt.

Bislang gibt es den Insidern zufolge auch keine weitgehende Verständigung auf eine Aufteilung der defizitären Supermarktkette Kaiser's Tengelmann mit mehr als 15.000 Beschäftigten. Auch Kaufpreise und Lastenteilung seien noch völlig unklar. Auch nach dpa-Informationen gibt es bislang keine Einigung über die Aufteilung der Filialen in Berlin und Bayern. Sprecher von Edeka, Tengelmann, Verdi und des Bundeswirtschaftsministeriums äußerten sich dazu nicht oder waren nicht zu erreichen.

"Die Lage ist verworren"

"Es ist keine rasche Einigung abzusehen", sagte ein weiterer Insider. Es gebe zudem keine Verständigung zu den Filialen in Berlin und Bayern, auch sei noch offen, was mit den Märkten in Nordrhein-Westfalen geschehen solle. Zudem müsse für den Fall einer möglichen Übereinkunft Rechtssicherheit für alle beteiligten Unternehmen herrschen, sagte eine weitere mit den Gesprächen vertraute Person. Auch diese Frage sei noch offen: "Die Lage ist verworren." Rewe, Edeka und Tengelmann wollten aber weiter einen Lösungsweg finden. Es sei indes unklar, ob dies gelingen werde.

Die "BamS" berichtete dagegen, Rewe solle den Großteil der Läden in der Hauptstadt erhalten, Edeka im Gegenzug fast alle Filialen in Bayern. Keine Einigung gebe es hingegen beim Standort Nordrhein-Westfalen, der als Knackpunkt bei den Verhandlungen gelte. Die dortigen knapp 100 Filialen sind demnach die größten Verlustbringer bei Kaisers Tengelmann. Hinzu kämen das Fleischwerk in Viersen und die Verwaltung in Mühlheim/Ruhr. Weder Edeka noch Rewe hätten Interesse an dem maroden NRW-Geschäft, hieß es. Die Konzerne würden die Filialen in Berlin und Bayern allerdings nur bekommen, wenn sie sich auf eine Aufteilung der NRW-Läden einigen könnten.

Betriebsräte sehnen derweil einen Durchbruch herbei. "Wir hoffen, dass es am Montag eine Lösung gibt. Wenn es Dienstag wird, bin ich auch nicht traurig, aber allen Beteiligten ist klar, dass die Zeit drängt", sagte der Betriebsratschef von Kaiser's Tengelmann in Nordrhein-Westfalen, Rainer Schroers, der "Wirtschaftswoche". Die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Janetta Jöckertitz sagte dem Magazin: "Solange die Herren miteinander reden, ist eine Einigung möglich."

Am ersten Tag der Verhandlungen war es Schröder in den an einem geheimen Ort stattfindenden Gesprächen gelungen, zumindest etwas Bewegung in die verhärteten Fronten zu bringen. Nach dpa-Informationen wurde das Bundeskartellamt gebeten zu prüfen, welche Kaiser's Tengelmann-Filialen im Großraum Berlin und in Nordrhein-Westfalen Rewe ohne kartellrechtliche Probleme übernehmen könne.

Quelle: n-tv.de, hul/rts/dpa

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