Wirtschaft
Auch deutsche Pommes sind mit Zöllen der drei Länder belegt.
Auch deutsche Pommes sind mit Zöllen der drei Länder belegt.(Foto: picture alliance / Ina Fassbende)
Freitag, 09. November 2018

Kartoffel-Lobby fürchtet Folgen: Belgien ruft nach EU-Hilfe im Pommes-Streit

Erst Südafrika, dann Brasilien und nun Kolumbien - Belgiens Kartoffelbauern sehen sich mit immer mehr Strafzöllen konfrontiert. Und die wiegen schwer, geht doch 90 Prozent der Ernte in den Export. Nun wendet sich das Land an Brüssel.

Belgien hat von der EU Unterstützung wegen Einfuhrbeschränkungen für tiefgekühlte Pommes Frites durch Kolumbien gefordert. "Wir haben ein echtes Problem mit Kolumbien bei Anti-Dumping-Maßnahmen", sagte Belgiens Handelsminister Didier Reynders beim Treffen mit seinen EU-Kollegen. Er forderte die EU-Kommission auf, sein Land in dem Fall bei der Welthandelsorganisation WTO zu unterstützen. Deutschland und die Niederlande als gleichfalls betroffene Länder unterstützen das Vorgehen.

Kolumbien hatte am 1. November entschieden, Strafzölle auf Tiefkühl-Fritten aus Belgien, Deutschland und den Niederlanden zu erheben. Bogotá wirft den EU-Produzenten subventionierte Preise vor, welche kolumbianischen Produzenten schaden. Laut Agrarminister Andrés Valencia Pinzón müssen nun 74 Prozent aller Importe zu Preisen eingeführt werden, die kolumbianische Anbieter nicht benachteiligen.

Reynders zufolge sind durch den Schritt vor allem kleine und mittlere Unternehmen in seinem Land betroffen. Versuche, auf bilateraler Ebene mit Kolumbien ins Gespräch zu kommen, seien "ohne echte Wirkung" geblieben, sagte der Minister.

Kolumbien sei bereits das dritte Land nach Südafrika und Brasilien, das solche Anti-Dumping-Maßnahmen gegen Belgien verhängt hat, erklärte der belgische Kartoffelverband Belgapom. "Wenn das so weitergeht, könnte das für unsere Branche langfristig sehr schwerwiegende Folgen haben".

Belgiens Kartoffeln verarbeitende Industrie ist in den vergangenen Jahrzehnten rasant gewachsen. Die Produktion stieg laut Belgapom zwischen 1990 und 2017 von 500.000 Tonnen auf 4,6 Millionen Tonnen. 90 Prozent davon sind den Angaben zufolge für den Export bestimmt.

Quelle: n-tv.de