Wirtschaft

500.000 Kunden betroffen Berliner Kryptobank ist insolvent

Der Kursverfall von Bitcoin & Co. in den vergangenen Monaten hat bereits mehrere Kryptofirmen in den Abgrund gerissen. Nun stellt auch das Berliner Fintech Nuri einen Insolvenzantrag. Aufgeben will das Team, das Hunderte Millionen Euro verwaltet, aber nicht.

Die Berliner Kryptobank Nuri hat ein Insolvenzverfahren beantragt. Das Fintech-Unternehmen teilte mit, es habe einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Berlin gestellt. "Wir sind zuversichtlich, dass das Insolvenzverfahren in der aktuellen Unternehmenssituation die beste Grundlage darstellt, um ein langfristig tragfähiges Sanierungskonzept zu entwickeln", teilte Nuri-Chefin Kristina Walcker-Mayer mit.

Den Angaben zufolge sind rund 500.000 Kunden betroffen. Nuri verwaltet nach eigenen Angaben ein Vermögen in Höhe von 325 Millionen Euro.

Nuri wies unter anderem auf anhaltende Nachwirkungen der Corona-Pandemie sowie wirtschaftliche und politische Unsicherheiten in den Märkten nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hin, die Startup-Unternehmen unter enormen Druck setzten. Negative Entwicklungen an den Kryptomärkten, darunter die Insolvenz mehrerer Krypto-Fonds, hätten sinkende Aktienkurse zur Folge gehabt.

US-Partner zusammengebrochen

Nuri war in Schwierigkeiten geraten, weil ein Partner des Unternehmens, der Krypto-Finanzdienstleister Celsius, im Juli plötzlich alle Abhebungen stoppte und später ganz zusammenbrach. Nuri hatte Kundengelder an Celsius für sogenannte Bitcoin-Ertragskunden vermittelt. Ob die Kunden diese Gelder ganz oder zum Teil zurückbekommen, ist fraglich.

Nuri ist laut "Handelsblatt" das erste deutsche Fintech, das infolge des aktuellen Krypto-Crashs pleitegeht. In der Finanzbranche wird dem "Handelsblatt" zufolge der Fall intensiv beobachtet, weil er Hinweise darauf geben könnte, wie groß die Ansteckungsgefahr zwischen dem Kryptomarkt und dem regulierten Bankwesen inzwischen ist. Nuri selbst hat keine Banklizenz, sondern vermittelt Bankdienstleistungen in Kooperation mit Solaris.

Nach Angaben des Unternehmens werden die Nuri-App sowie die Produkte und Dienstleistungen bis auf Weiteres unverändert angeboten.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa

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