Wirtschaft

Nach Aus für Mietendeckel Berliner Mieten steigen wieder

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Mit 10,15 Euro pro Quadratmeter im Monat lagen die Mieten in Berlin im Mittel 2,8 Prozent unter dem Wert von 2019.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Der Berliner Mietendeckel hat für einige Monate den Anstieg der Wohnraumabgaben verhindert. Doch das Bundesverfassungsgericht kippte das Vorhaben. In der Folge zeichnet sich ab, dass Wohnen in der Hauptstadt wieder teurer wird.

Nach dem Aus für den Berliner Mietendeckel ziehen die Mieten in der Hauptstadt wieder an. Vergangenes Jahr hatte die umstrittene Maßnahme die Angebotsmieten in Berlin zum ersten Mal seit 2010 sinken lassen, wie aus einer Untersuchung der Immobilienbank Berlin Hyp und des Immobiliendienstleisters CBRE hervorging.

Mit 10,15 Euro pro Quadratmeter im Monat lagen sie demnach im Mittel 2,8 Prozent unter dem Wert von 2019. Die Zahlen seien wegen der Regulierung durch den Mietendeckel jedoch nur begrenzt aussagekräftig, so die Studienautoren. Deshalb könnten auch keine genauen Angaben zur aktuellen Entwicklung gemacht werden.

"Wir stellen aber fest, dass die Angebotsmieten jetzt wieder sukzessive steigen", sagte CBRE-Wohnmarktexperte Michael Schlatterer. Prozentangaben seien wegen der Datenlage schwierig. Bis vor wenigen Wochen seien schließlich Wohnungen mit einem ungewöhnlichen Mix aus verschiedenen Mieten inseriert worden. Darin enthalten seien Mieten, die dem Berliner Mietendeckel entsprochen hätten, aber auch sogenannte Schattenmieten, so Schlatterer. Diese lagen über dem nach Mietendeckel zulässigen Wert und wurden vereinbart für den - inzwischen eingetretenen -Fall, dass der Mietendeckel gerichtlich gekippt wird.

Berliner Mietendeckel war einmalig

Der Berliner Mietendeckel war bundesweit einmalig: Am 23. Februar 2020 wurden die Mieten für 1,5 Millionen Wohnungen für fünf Jahre eingefroren, und zwar auf dem Stand vom Juni 2019. Doch die Verfassungsrichter erklärten das Gesetz einstimmig für nichtig. Da der Bund bereits 2015 die Mietpreisbremse beschlossen hatte, liege die Gesetzgebungsbefugnis ausschließlich bei diesem, teilte das Bundesverfassungsgericht am 15. April mit.

Dieser Beschluss habe eine mehr als einjährige Phase genereller Unsicherheit am Berliner Wohnimmobilienmarkt beendet, so die die Autoren des Wohnmarktreports von CBRE und Berlin Hyp. Berlin-Hyp-Chef Sascha Klaus sieht nun wieder einen Aufwärtstrend bei den Berliner Mieten. "Wir werden wahrscheinlich wieder einen Anstieg sehen, genauso wie in allen anderen Großstädten in Deutschland", unterstrich Klaus. Es gebe aber noch keine belastbaren Daten.

Eine Studie der Online-Plattform ImmoScout hatte jüngst gezeigt, dass die Angebotsmieten für das zuvor Mietendeckel-relevante Segment seit dem Urteil im Durchschnitt um 90 Cent pro Quadratmeter gestiegen seien. Dies entspricht laut Immoscout24 einer Preiserhöhung um sieben Prozent.

Quelle: ntv.de, can/rts

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