Wirtschaft

"Gold kaufen" Bin Laden gab Investment-Tipps

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Osama bin Laden.

(Foto: REUTERS)

Al-Kaida-Chef Osama bin Laden pflegte eine bisher unbekannte Leidenschaft: Als Investor setzte der Terrorfürst auf Gold. Und den Euro fand er auch geeignet, um Lösegeld zu investieren.

Was soll man mit fünf Millionen Dollar Lösegeld anfangen, die für einen entführten afghanischen Diplomaten erpresst wurden? Vor dieser Frage stand das Terrornetzwerk Al-Kaida Ende 2010 und bat den in Pakistan untergetauchten Osama bin Laden um Rat. In seiner Antwort entpuppte sich der Al-Kaida-Chef als bekennender Gold-Fan.

Gold, Feinunze
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Der Brief - oder eine Kopie davon - wurde von US-Spezialeinheiten sichergestellt, die das Versteck bin Ladens 2011 stürmten. Das Schreiben gehört zu den Dokumenten, deren Geheimhaltung von der CIA kürzlich aufgehoben wurde. Der Brief wurde nun von der "New York Times" veröffentlicht und gibt einen Hinweis darauf, wie Al-Kaida die eigenen Finanzen managen wollte.

In den Nachwehen der weltweiten Finanzkrise war sich bin Laden sicher: Der Trend für Gold geht noch lange nach oben. Deshalb solle ein Drittel des Lösegelds (1,66 Millionen Dollar) in das Edelmetall gesteckt werden – gerne in Münzen verschiedener Länder. "In den nächsten Jahren wird der Goldpreis 3000 Dollar pro Feinunze erreichen", so bin Laden. Daran würden auch gelegentliche Rücksetzer nichts ändern. Als er das schrieb, kostete das Edelmetall knapp 1400 Dollar pro Feinunze.

Doch bin Laden irrte sich. Zwar kletterte der Goldpreis auf satte 1900 Dollar - doch dann stürzte er ab. Derzeit kostet Gold 1218 Dollar pro Feinunze. So daneben der Al-Kaida-Chef mit seiner Prognose auch lag: Er befand sich in guter Gesellschaft und spiegelte damit den Zeitgeist wieder. Auch Investorenlegenden wie George Soros setzten damals stark auf die Goldkarte.

Doch bin Laden fand nicht nur Gold attraktiv, sondern auch den Euro. Ein weiteres Drittel des Lösegelds sollte Al-Kaida in die europäische Gemeinschaftswährung stecken. Und das restliche Drittel? Das sollte wiederum gedrittelt werden: Ein Drittel (rund eine halbe Million Dollar) sollte in kuwaitische Dinar und ein weiteres in chinesische Yuan investiert werden. Das verbleibende Geld war dann "laufenden Ausgaben" vorbehalten.

Und auch im Falle von plötzlichem Geldbedarf wusste bin Laden Rat: Erst die Euro verkaufen, dann die Dinar, dann die Yuan - und erst dann das Gold.

Quelle: n-tv.de, jga

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