Wirtschaft

Luftfahrtbehörde will Änderungen Boeing soll 737-Kontrollsysteme überarbeiten

Der zweite Absturz einer Boeing 737 Max 8 binnen weniger Monate wirft Sicherheitsfragen auf. Mehrere Länder verordnen Startverbote, die US-Luftfahrtbehörde geht nicht so weit. Dennoch sieht sie Hersteller Boeing in der Pflicht - und der reagiert.

Als Reaktion auf den Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien verlangt die US-Luftfahrtbehörde FAA von dem Flugzeugbauer Änderungen an Maschinen dieses Typs. Nötig seien unter anderem Änderungen am Kontrollsystem MCAS, das einen Strömungsabriss verhindern soll, erklärte die FAA. Die entsprechende offizielle Anweisung soll demnach spätestens im kommenden April erfolgen. Die Behörde ordnete aber nicht an, dass alle Boeing 737 Max 8 vorerst am Boden bleiben müssen.

Eine Ethiopian-Airlines-Maschine war am Sonntagmorgen kurz nach dem Start von Addis Abeba Richtung Nairobi abgestürzt. Alle 149 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Der Pilot hatte nach Angaben der Fluggesellschaft Probleme gemeldet und um die Erlaubnis gebeten, kehrt zu machen. Kurze Zeit später zerschellte die Maschine.

Mehrere Länder verhängen Startverbote

Es war bereits das zweite Unglück innerhalb eines halben Jahres mit diesem Flugzeugtyp. Im Oktober war eine Boeing 737 MAX 8 der indonesischen Fluggesellschaft Lion Air kurz nach dem Start verunglückt. Es ist höchst ungewöhnlich, dass binnen kurzer Zeit zwei Flugzeuge eines neuen Modells abstürzen.

Als Reaktion auf die beiden Katastrophen wurde in China, Indonesien und Südkorea angeordnet, dass alle Maschinen vom Typ Boeing 737 MAX 8 vorerst am Boden bleiben. In anderen Ländern haben Fluggesellschaften entschieden, diese Flugzeuge vorerst nicht mehr zu nutzen. So kündigte die brasilianische Fluggesellschaft Gol diesen Schritt am Montag an.

Boeing selbst kündigte baldige Änderungen an der Steuerungssoftware des betroffenen Flugzeugmodells an. Der Konzern erklärte, schon nach dem Absturz einer Maschine gleichen Typs im Oktober 2018 habe er begonnen, die Steuersoftware weiterzuentwickeln, "um ein jetzt schon sicheres Flugzeug noch sicherer zu machen." Das Software-Upgrade solle in den kommendem Wochen bei allen Maschinen aufgespielt werden.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP/rts

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