Wirtschaft

"Hatten einen guten Start"Boeing überrascht mit Mini-Verlust - Krisen-Programm greift

22.04.2026, 15:15 Uhr
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Boeing will seine 737 MAX ab kommendem Jahr wieder ausliefern. (Foto: REUTERS)

Der krisengeplagte Flugzeugbauer Boeing steuert auf seinen neuerlichen Take off zu. Zwar verbrennt der Konzern noch Geld, doch die Rüstungssparte boomt und das Unternehmen liefert so viele Verkehrsflieger aus wie seit Jahren nicht.

Der US-Flugzeugbauer Boeing kommt bei der Bewältigung seiner schweren Krise voran und pirscht sich an die schwarze Null. Im ersten Quartal schrieb der Airbus-Rivale nur noch einen Nettoverlust von sieben (Vorjahr: minus 31) Millionen Dollar, wie er berichtete. Der bereinigte Verlust je Aktie lag mit 20 Cent deutlich niedriger als die 83 Cent, die Analysten erwartet hatten. "Wir haben einen guten Start erwischt und bauen auf diesem Schwung auf", schrieb Vorstandschef Kelly Ortberg an die Belegschaft. "Gemeinsam machen wir Fortschritte dabei, unsere Unternehmenskultur zu stärken und das Vertrauen bei unseren Kunden wieder herzustellen." An der Börse kamen die Zahlen ausgesprochen gut an.

Boeing verbrannte im ersten Quartal dennoch 1,45 Milliarden Dollar an Barmitteln. Dies ist eine Nachwirkung der strengen Produktionsbeschränkungen, die US-Aufsichtsbehörden vor zwei Jahren wegen früherer Mängel bei der Qualitätskontrolle verhängt hatten. Hinzu kommt der Ausbau der Kapazitäten für die Produktion der Langstrecken-Maschinen vom Typ Boeing 787 in South Carolina, für den Bau von Militärjets in St. Louis und für eine neue Produktionslinie für die Produktion des Verkaufsschlagers 737 MAX in Everett im US-Bundesstaat Washington.

Boeing baut zurzeit 42 Exemplare der Kurzstrecken-Baureihe 737 MAX im Monat, will aber die Schlagzahl bis Jahresende auf 47 erhöhen. Die Zertifizierung der kleinsten und der größten Variante 737-7 und 737-10 dauert aber noch an. Auch sie belastete den Cashflow. Die Genehmigung der US-Behörden für die beiden Flugzeugtypen wird noch in diesem Jahr erwartet. 2027 sollen die ersten Maschinen ausgeliefert werden.

Der Umsatz in der Verkehrsflugzeug-Sparte von Boeing stieg auch Jahressicht um 13 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar. Der Flugzeugbauer lieferte im ersten Quartal so viele Flugzeuge aus wie seit 2019 nicht mehr, schrieb aber in der Sparte 563 Millionen Dollar Verlust. In der Rüstungs- und Raumfahrt-Sparte, die kürzlich den Mondflug der "Artemis II"-Mission erfolgreich absolviert hat, stieg der Gewinn um 50 Prozent auf 233 Millionen Dollar.

Boeing-Manager hatten erklärt, dass das Unternehmen den Barmittelabfluss noch vor Ende dieses Jahres stoppen könne. Dies solle durch eine schnellere Produktion von Jets und ein sorgfältigeres Management von Rüstungsaufträgen erreicht werden, die in den vergangenen Jahren zu explodierenden Kosten geführt hätten. Ein ehrgeizigeres Ziel eines jährlichen freien Cashflows von 10 Milliarden Dollar ist allerdings noch Jahre entfernt.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ

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