Wirtschaft

Spartenverkauf rettet BilanzBoeing verdient erstmals seit Jahren wieder Geld

27.01.2026, 15:25 Uhr
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600 Maschinen übergab Boeing im vergangenen Jahr an die Kunden. (Foto: REUTERS)

Der US-Flugzeugbauer Boeing steckt seit Jahren in der Krise. Massive Probleme mit Flugzeugen und Streiks der Belegschaft setzen dem Airbus-Konkurrenten zu. Inzwischen dreht sich in Seattle aber der Wind.

Der seit Jahren kriselnde US-Flugzeugbauer Boeing hat erstmals seit langer Zeit wieder Geld verdient. Für die letzten drei Monate des vergangenen Jahres meldet das Unternehmen einen Überschuss von 8,2 Milliarden Dollar. Grund dafür war allerdings der Verkauf eines Geschäftsbereichs mit Navigationssoftware und nicht das weiter defizitäre Tagesgeschäft. Für das Gesamtjahr bleibt damit dennoch ein Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar übrig. Das ist das erste Mal seit 2018, dass Boeing mit einem Gewinn aus dem Jahr geht. Allein im Jahr 2024 stand am Ende ein Minus von fast zwölf Milliarden Dollar.

Der Umsatz verbesserte sich 2025 um ein Drittel auf 89 Milliarden Dollar. Boeing-Chef Kelly Ortberg sagte, sein Unternehmen habe Jahr signifikante Fortschritte gemacht. "Wir haben die Grundlage dafür geschaffen, dass wir den Schwung im laufenden Jahr beibehalten." In einer Mitteilung an die Beschäftigten schrieb er, mit dem Fortschritt kämen Erwartungen von Kunden und anderen. "Und wir sollten auch von uns mehr erwarten."

Hauptgrund für das überraschend gute Abschneiden war der Verkauf des Navigations-Experten Jeppesen an den Finanzinvestor Thoma Bravo für 10,6 Milliarden Dollar, der im vierten Quartal verbucht wurde. Im Kerngeschäft mit Flugzeugen fiel dagegen zum Jahresende erneut ein Verlust an, trotz einer steigenden Zahl von Auslieferungen. Mit 600 Flugzeugen lieferte das Unternehmen so viele Maschinen an die Kunden aus wie seit 2018 nicht mehr.

Abstürze seines Bestsellers 737 MAX, die Corona-Pandemie, Engpässe in der Lieferkette, massive Qualitätsprobleme und Streiks hatten dem Unternehmen in den vergangenen sieben Jahren massiv zu schaffen gemacht. Um die Qualität wieder in den Griff zu bekommen, hatte Boeing den Zulieferer Spirit AeroSystems für 4,7 Milliarden Dollar wieder selbst übernommen.

Boeing-Manager verbrachten das Jahr 2025 damit, den Behörden zu versichern, dass das Unternehmen seine Flugzeugproduktion sicher erhöhen könne. Die US-Luftfahrtbehörde FAA bot im September ein Zeichen des Vertrauens, als sie dem Unternehmen erlaubte, einige abschließende Sicherheitschecks an Flugzeugen durchzuführen, die vom Band laufen. Die Behörde lockerte auch ihre Begrenzung der Produktionsraten und erlaubte dem Unternehmen, die Produktion der 737 Max auf 42 Jets pro Monat zu steigern.

Das militärische Geschäft schrieb zum Jahresende einen Verlust. Ein Grund dafür war eine Abschreibung auf das Tankflugzeugprogramm KC-46 wegen höherer Ausgaben für Produktion und Lieferketten. Die Boeing-Aktien gaben im vorbörslichen Handel rund ein Prozent nach.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ

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