Wirtschaft

Nach Abstürzen mit 346 Toten Boeing zahlt Millionen-Entschädigung

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Nach den Unglücken sind die Maschinen vom Typ 737 Max noch nicht wieder zugelassen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei zwei Flugzeugabstürzen mit 737-Max-Maschinen sterben 346 Menschen. Hersteller Boeing kündigt nach den Unglücken mehrere Millionen Dollar Finanzhilfen für die Hinterbliebenen an. Ab sofort können die betroffenen Familien die Entschädigungen beantragen.

Der US-Luftfahrtkonzern Boeing startet sein Entschädigungsprogramm für Angehörige der Opfer der Flugzeugabstürze in Indonesien und Äthiopien. Die Familien der 346 Menschen, die bei den Unglücken starben, sollen jeweils rund 144.500 Dollar erhalten. Das teilte Boeings Kompensationsfonds, der von US-Staranwalt Ken Feinberg verwaltet wird, in Washington mit.

Boeing hatte im Juli bekanntgegeben, 100 Millionen Dollar an Finanzhilfen bereitzustellen. Die Hälfte dieser Mittel soll schon in Kürze an Angehörige der Opfer fließen. Die Familie könnten ihre Ansprüche ab sofort geltend machen und müssten dafür nicht im Gegenzug von Klagen gegen Boeing absehen, versicherte Feinberg. In vielen Fällen gehen Angehörige der Opfer, die bei den Abstürzen von Boeing-Maschinen des Typs 737 Max im Oktober und März ums Leben kamen, vor Gericht gegen Boeing vor.

Der Konzern ist mit Vorwürfen konfrontiert, die Sicherheit der 737 Max vernachlässigt zu haben. Als Hauptursache der Unglücke gilt bislang eine fehlerhafte Software. Feinberg war auch schon für Entschädigungen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zuständig. Längerfristig will Boeing mit den bereitgestellten Hilfsmitteln auch von den Abstürzen betroffene Gemeinden unterstützen. Dafür sollen in den Regionen etwa Programme zugunsten von Ausbildung und Entwicklung aufgestellt werden.

Weiterhin Probleme mit Steuerungsautomatik

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Unterdessen kann Boeing sich bei der angestrebten Wiederzulassung der Unglücksflieger vom Typ 737 Max, für die seit Mitte März Startverbote gelten, nicht allein auf die Entscheidungen der US-Luftfahrtbehörde FAA verlassen. Jede Regierung wird abhängig von gründlichen Sicherheitsprüfungen selbst bestimmen, ob die Maschinen wieder abheben dürfen. Angesichts großer Kritik an der FAA kommt das wenig überraschend.

Der US-Aufsicht wird unter anderem vorgeworfen, wesentliche Teile der ursprünglichen Zertifizierung der 737 Max dem Hersteller Boeing überlassen zu haben. Boeing hat versprochen, die Probleme mit der Steuerungsautomatik MCAS, die als entscheidende Unfallursache gilt, per Software-Update zu beheben. Bislang hat der Hersteller aber keine Lösung für die Probleme gefunden. Derzeit ist deshalb ungewiss, wie es mit der 737 Max weitergeht.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa