Wirtschaft

Umwelthilfe für Verbot Böllerimporte weit von Vor-Corona-Niveau entfernt

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Die Importe von Feuerwerkskörpern nach Deutschland bis September brachen um gut 80 Prozent ein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Könnte es in Deutschland zum Jahreswechsel ruhiger werden? Die Zahl importierter Feuerwerkskörper nimmt im Vergleich zu 2019 massiv ab. In der Corona-Pandemie herrscht ein Böllerverbot, um Kliniken zu entlasten. Obwohl dies nicht mehr gilt, bleibt die Nachfrage geringer. Umwelthilfe und Polizei freut es.

Die Einfuhr von Feuerwerkskörpern ist im Vergleich zu den Jahren vor der Corona-Pandemie in diesem Jahr massiv zurückgegangen. Von Januar bis September wurden nur rund 5700 Tonnen Feuerwerkskörper nach Deutschland importiert - ein Minus von mehr als 80 Prozent gegenüber dem Jahr 2019, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Damals wurden noch 29.800 Tonnen eingeführt. Mehrere Verbände bekräftigten ihre Forderung nach einem generellen Böller-Verbot.

Gegenüber dem Pandemie-Jahr 2021 stiegen die Importe in diesem Jahr leicht an - keine Überraschung angesichts der Tatsache, dass im vergangenen Jahr ein Verkaufsverbot für Silvesterfeuerwerk galt. Mit dem Verbot sollten die in Folge der Corona-Pandemie stark beanspruchten Krankenhäuser vor Überlastung geschützt werden, etwa durch Unfälle mit Feuerwerkskörpern. Im gesamten Jahr 2021 wurden demnach nur 2300 Tonnen Böller und Raketen nach Deutschland eingeführt.

Fast alle importierten Feuerwerkskörper kommen den Angaben zufolge weiterhin aus China. Im Gegensatz zu den niedrigen Importzahlen werden laut Angaben aus Wiesbaden jedoch mehr Feuerwerkskörper aus Deutschland exportiert - wenngleich auf geringem Niveau. Während in den ersten drei Quartalen 2019 rund 2200 Tonnen exportiert wurden, stiegen die Ausfuhren in diesem Jahr bereits auf 2700 Tonnen an. Wichtigste Abnehmer von deutschen Feuerwerkskörpern waren im bisherigen Jahresverlauf die Niederlande (49 Prozent), Italien (23 Prozent) und Belgien (18 Prozent).

Einige Städte wollen Verbote aussprechen

Ein zwischenzeitlich vor dem Hintergrund der Corona-Krise diskutiertes grundsätzliches Feuerwerksverbot wurde bislang nicht beschlossen. Laut Bundesamt wollen jedoch einige Städte das private Feuerwerk auch in diesem Jahr zumindest mancherorts verbieten.

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Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) dringt derweil auf ein dauerhaftes Böllerverbot zu Silvester. "Wir fordern ein Ende der archaischen Silvesterböllerei", erklärte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch in der gemeinsamen Erklärung eines Aktionsbündnisses verschiedener Verbände. Hintergrund seien unter anderem die mit dem Silvesterfest verbundene Luftverschmutzung, leidende Haustiere sowie Verletzungen von Kindern und Erwachsenen.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) beteiligte sich an dem gemeinsamen Verbotsaufruf. GdP-Bundesvorsitzender Jochen Kopelke forderte demnach ein "generelles Verbot des privaten Abbrennens von Silvesterfeuerwerk im ganzen Bundesgebiet".

Der Bundesverband Pyrotechnik kritisierte hingegen Forderungen nach einem generellen Verbot. Ein Feuerwerk sei "für viele Menschen von hohem Wert", teilte Verbandsvorsitzender Ingo Schubert mit. "Nach zwei Jahren Verbot im Kontext der Corona-Pandemie sehnen sich die Menschen nach der feurigen Silvestertradition."

Quelle: ntv.de, als/AFP

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