Wirtschaft

Verwechslung mit FolgenBörse schreibt Nutzern 620.000 "Phantom-Bitcoin" gut

08.02.2026, 13:51 Uhr
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Das Unternehmen bemerkte den Fehler offenbar rasch. Und doch bliebt ein Schaden. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

Eigentlich will eine südkoreanische Kryptobörse Nutzer im Zuge einer Aktion mit rund 2000 Won beglücken. Ein Won ist dabei nur ein Bruchteil eines Euro-Cents wert. Doch die Wons werden offenbar mit Bitcoins verwechselt.

Die südkoreanische Kryptowährungsplattform Bithumb hat Hunderten Nutzern versehentlich insgesamt 620.000 Bitcoins im Wert von insgesamt rund 37 Milliarden Euro gutgeschrieben. Wegen des anschließenden plötzlichen Ausverkaufs und kurzzeitigen Wertverlustes der Digitalwährung entschuldigte sich das Unternehmen am Samstag bei den Kundinnen und Kunden. Der Fehler sei während einer Werbeaktion am Freitag passiert.

Berichten zufolge wollte Bithumb 695 Nutzern jeweils rund 2000 Won (1,16 Euro) schicken, schrieb stattdessen - zumindest einigen von ihnen - aber 2000 Bitcoin pro User gut. Viele der Bithumb-Kunden verkauften daraufhin schlagartig ihre Bitcoins an der Börse gegen Won. Der Preis der Währung sank zwischenzeitlich um 17 Prozent auf 81,1 Millionen Won pro Bitcoin (rund 46.800 Euro), wie Grafiken des Unternehmens zeigen. Dabei handelt es sich um den Preis auf Bithumb, wie aus einem Bericht der Branchenplattform Coindesk hervorgeht. Andere Börsen waren in dieser Form nicht betroffen.

Coindesk berichtet im Zuge des Fehlers von "Phantom-Bitcoins". Kein Bitcoin sei im Zuge des Fehlers auf der Blockchain bewegt worden. Auch das deutsche Branchenmedium BTC-Echo berichtet unter Berufung auf Unternehmensangaben, die Guthaben hätten ausschließlich im internen Buchhaltungssystem der Börse existiert.

Unternehmen: kein Hackerangriff

Das Unternehmen erklärte, die Konten der Betroffenen seien innerhalb von 35 Minuten gesperrt worden. Bithum versprach zudem Entschädigung für Nutzer, die in der Zeit die Börse nutzten. Das Unternehmen habe sich fast die gesamte Summe der versehentlich überwiesenen Bitcoins zurückholen können. Die Vorgänge stünden nicht im Zusammenhang mit einem externen Hackerangriff oder Sicherheitslücken.

Der Verlust der Plattform wird auf eine Milliarde Won (fast 580.000 Euro) geschätzt. Der Fehler dürfte lange bestehende Diskussionen, den Kryptomarkt und seine Akteure besser zu regulieren, weiter befeuern.

Der Bitcoin-Kurs war in dieser Woche erstmals seit dem Wahlsieg von US-Präsident Donald Trump im November 2024 gesunken. Am Freitag fiel er zeitweise unter 60.000 Dollar (fast 51.000 Euro), seit Jahresbeginn verlor die Digitalwährung über 25 Prozent an Wert. Grund für das Absacken ist vor allem die allgemeine Unsicherheit - Anlegerinnen und Anleger scheuen aktuell eher das Risiko. Analysten nannten mögliche höhere Zinsen in den USA und das nachlassende Interesse institutioneller Investoren am Bitcoin als Gründe.

Quelle: ntv.de, mpe/AFP

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