Wirtschaft

Ostdeutsche Werke betroffen Bombardier streicht jede vierte Stelle

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Bombardier steckt wegen Problemen im Flugzeuggeschäft tief in den roten Zahlen.

(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)

Bombardier übernimmt sich im Flugzeug-Geschäft. Ausbaden muss es die Bahnsparte. In den kommenden Jahren streichen die Kanadier 2200 Stellen in Deutschland. Immerhin soll kein Werk geschlossen werden.

Der Zughersteller Bombardier Transportation streicht in Deutschland in den nächsten Jahren bis zu 2200 seiner 8500 Arbeitsplätze. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben, wie das Unternehmen ankündigte. Alle sieben Produktionsstandorte sollen erhalten bleiben. Der Personalabbau verteile sich über alle Werke.

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Geplant sind die Stellenstreichungen bis 2020. Die genaue Zahl hänge von der Marktentwicklung und dem Auftragseingang ab, hieß es. Unter den bis zu 2200 betroffenen Arbeitsplätzen seien etwa 700 Leiharbeiter. "Wir müssen uns neu aufstellen", sagte Deutschlandchef Michael Fohrer. "Mit dieser Aufstellung werden wir Innovationen fördern und uns fit für die Zukunft machen." Ziel ist es, die Standorte stärker zu spezialisieren. Aufsichtsratschef Wolfgang Tölsner betonte, die Eckpunkte für den Umbau seien in dem Kontrollgremium einvernehmlich beschlossen worden.

Klar ist, dass der größte Standort Hennigsdorf in Brandenburg sowie Görlitz in Sachsen am stärksten betroffen sein werden. Hennigsdorf verliere 2019 die Großserienproduktion von Zügen und damit auch 400 bis 500 Arbeitsplätze. Görlitz soll sich auf Wagenkästen spezialisieren und könnte bis zu 800 Arbeitsplätze verlieren. Dagegen könnte in Bautzen die Beschäftigtenzahl sogar steigen, sagte Fohrer.

Der kanadische Bombardier-Konzern steckt wegen Problemen in seinem Flugzeuggeschäft in den roten Zahlen. Vergangenes Jahr hatte Bombardier erklärt, man werde weltweit 7500 Stellen streichen. 5000 davon sollten in der Bahntechnik wegfallen, die ihren Schwerpunkt in Deutschland und den Hauptsitz in Berlin hat. Die Zugsparte macht zwar dagegen insgesamt Gewinn, die Bilanz der deutschen Landesgesellschaft war jedoch über Jahre negativ. Der Sanierungskurs hatte auch die Bundesregierung auf den Plan gerufen. Der damalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte sich eingeschaltet und die Bedeutung der Industriearbeitsplätze für Deutschland betont.

Die Stellenstreichungen könnten indes auch zusätzlich dazu dienen, die Sparte aufzuhübschen. Denn Kreisen zufolge sprechen Bombardier und Siemens über Kooperationen im Zuggeschäft.

Quelle: ntv.de, bdk/jwu/dpa/rts