Wirtschaft

Reaktion auf Ukraine-Vorwurf Bosch: Teile für russische Militärfahrzeuge nicht direkt geliefert

Fahnen mit dem Bosch-Logo wehen.

​​Bosch beschäftigt in Russland gut 3500 Menschen und produziert an drei Standorten vor allem Konsumgüter, Thermotechnik und Fahrzeugteile hauptsächlich für den lokalen Markt.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild)

Der Automobilzulieferer Bosch distanziert sich von dem Vorwurf des ukrainischen Außenministers, das Unternehmen habe Komponenten für russische Militärfahrzeuge geliefert. Zwar handele es sich um Teile aus der eigenen Produktion, sie seien jedoch nur für zivile Anwendungen bestimmt.

Der Autozulieferer Bosch hat in russischen Militärfahrzeugen gefundene Komponenten aus seiner Produktion nicht selbst an die Hersteller dieser Fahrzeuge geliefert. Das Unternehmen reagierte damit auf Aussagen des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba, der am Sonntag in der ARD gesagt hatte, die Ukraine habe in russischen Militärfahrzeugen Teile von Bosch gefunden.

Das Unternehmen habe "jahrelang für die russische Militärmaschinerie notwendige Komponenten geliefert, damit diese Fahrzeuge in die Ukraine einmarschieren und unsere Städte zerstören können", zitierte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" den Politiker. "Grundsätzlich entwickelt, fertigt und vertreibt Bosch im Rahmen seiner weltweiten strategischen Ausrichtung keine Waffen sowie Systeme und Komponenten ausschließlich für wehrtechnische Anwendungen", erklärte der Stiftungskonzern.

Das ukrainische Außenministerium habe Bosch dazu direkt kontaktiert. "Wir konnten zur genannten Komponente nachvollziehen, dass diese nicht von Bosch an den Fahrzeughersteller geliefert wurde, wenn es sich auch um ein Teil aus unserer Produktion handelt", teilte das Unternehmen weiter mit. In lokalen Verträgen mit Automobilkunden sei geregelt, dass Produkte ausschließlich für zivile Anwendungen eingesetzt werden dürften.

Lieferungen nach Russland teilweise unterbrochen

Bosch beschäftigt in Russland gut 3500 Menschen und produziert an drei Standorten vor allem Konsumgüter, Thermotechnik und Fahrzeugteile hauptsächlich für den lokalen Markt. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Bosch in Russland einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro. Lieferungen nach Russland seien teilweise unterbrochen worden, sodass die lokale Fertigung eingeschränkt sei.

"Die langfristigen politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen zeichnen sich erst jetzt ab - klar ist jedoch, dass deutliche Folgen für unsere Aktivitäten in der Region und darüber hinaus zu erwarten sind", hieß es weiter.

Die Regierung in Kiew ruft inzwischen wegen des Angriffs Russlands auf die Ukraine zum weltweiten Boykott internationaler Firmen auf, die ihre Geschäfte in Russland trotz des Krieges aufrechterhalten. Internationale Firmen müssten Russland verlassen - sowohl aus moralischen als auch aus praktischen Gründen, forderte Außenminister Kuleba. Viele westliche Unternehmen haben ihre Aktivitäten in Russland auf Eis gelegt oder den Verkauf von Waren dort gestoppt.

Quelle: ntv.de, jki/rts

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