Wirtschaft

Dieselkrise kostet Arbeitsplätze Bosch muss Hunderte Stellen streichen

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picture alliance / Sebastian Gol

Die Folgen des Abgasskandals im deutschen Autobau werden erst mit Verzögerung sichtbar: Die Nachfrage nach Diesel-Autos sinkt, die Hersteller ordern weniger Bauteile. Beim Zulieferer Bosch gehen zahlreiche Jobs verloren. Branchenkenner rechnen mit weiteren Streichrunden.

Die Dieselkrise hat beim Zulieferer Bosch im vergangenen Jahr zahlreiche Arbeitsplätze in der Antriebstechnik gekostet. In den Werken im saarländischen Homburg und im fränkischen Bamberg seien insgesamt 600 Stellen abgebaut worden, sagte der zuständige Bereichsvorstand Uwe Gackstatter der Branchenzeitung "Automobilwoche".

Betriebsbedingte Kündigungen gab es offenbar nicht. Bei den Stellenstreichungen handle sich jeweils zur Hälfte um Vorruhestandsregelungen bei festen Mitarbeitern und um nicht verlängerte befristete Verträge, wie ein Sprecher des Unternehmens erklärte. Da die Nachfrage nach Diesel-Autos sinke, riefen die Kunden auch weniger Komponenten dafür bei Bosch ab, erläuterte er.

Arbeitnehmervertreter fürchten dem Bericht der "Automobilwoche" zufolge im laufenden Jahr weitere Stellenstreichungen. Dazu wollte Bosch keine Prognose abgeben. Bei dem Zulieferer hängen weltweit rund 50.000 Arbeitsplätze an der Diesel-Technologie, davon rund 15.000 in Deutschland. In den Werken von Bosch werden etwa spezielle Einspritzdüsen und andere Komponenten für Diesel betriebene Pkw- und Lkw-Motoren gefertigt.

Bosch verhandle derzeit mit den Arbeitnehmern über Ersatztechnologien, heißt es in dem Bericht weiter. Man könne aber noch nicht sagen, ob dadurch die negativen Effekte aus dem Diesel ausgeglichen werden könnten.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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