Wirtschaft
Aldi und Lidl weiten ihren Umsatz auf der britischen Insel zuletzt deutlich aus.
Aldi und Lidl weiten ihren Umsatz auf der britischen Insel zuletzt deutlich aus.(Foto: picture alliance / Will Oliver/E)
Sonntag, 11. Februar 2018

Tesco macht auf billig: Briten wollen Aldi und Lidl kopieren

Die deutschen Discounter sind im Großbritannien weiter auf Erfolgskurs - und setzen die heimische Konkurrenz zunehmend unter Druck. Nun ändert Marktführer Tesco die Strategie. Oder vielmehr: Er versucht schlicht das Erfolgsrezept der Deutschen zu kopieren.

Die britische Supermarktkette Tesco will nach einem Zeitungsbericht die deutschen Konkurrenten Aldi und Lidl mit eigenen Discount-Läden ausbremsen. In den Geschäften der neuen Marke solle das Angebot weniger umfangreich sein als bei Tesco im Schnitt üblich, die Preise sollen sich etwa auf dem Niveau von Aldi und Lidl bewegen, wie die "Sunday Times" berichtete. Tesco wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern und sprach von "Gerüchten und Spekulationen".

Aldi und Lidl sind in Großbritannien bisher auf Erfolgskurs. Nach Angaben vom Frühsommer 2017 erwirtschafteten die beiden deutschen Discounter im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von im Schnitt 19,2 Prozent. Zusammen verfügten die Supermarktketten über einen Marktanteil von 12 Prozent, wie das Marktforschungsinstitut Kantar Worldpanel Ende Mai mitgeteilt hatte. Rund 62 Prozent der Briten hätten seinerzeit dort eingekauft. Die vier großen britischen Supermarktketten Tesco, Morrisons, Sainsbury's und Asda hätten im Schnitt nur 1,6 Prozent zugelegt.

In den USA läuft es für Lidl weniger rund

Während es in Großbritannien für Lidl gut läuft, ist der Start in den US-Markt hingegen holprig: Laut Medienberichten hat Lidl seine 2017 mit großen Ambitionen gestartete Expansion in den USA gebremst. Statt geplanter 100 Filialen im ersten Jahr seien es bis heute nicht einmal 50, wie das "Manager Magazin" und "Handelsblatt" berichteten. 2018 sollen den Berichten zufolge lediglich 20 hinzukommen. Es sei "das ein oder andere schiefgegangen", zitierte das "Manager Magazin" Klaus Gehrig, den Chef des Lidl-Mutterkonzerns Schwarz-Gruppe und Lidl-Aufsichtsratsvorsitzenden.

Auch Aldi ist in den USA bereits aktiv. Und das schon wesentlich länger: Bereits seit 1976 ist Aldi in den USA vertreten und betrieb dort zuletzt über 1700 Filialen in 35 Staaten. Aldi will zudem seine Präsenz mit milliardenschweren Investitionen kräftig ausbauen. Insgesamt 5 Milliarden Dollar steckt das Unternehmen bis Ende 2022 in neue Läden und steigert damit die Gesamtzahl seiner US-Filialen auf 2500. Durch die Expansion ist der Discounter auf dem Weg, zur drittgrößten Lebensmittelkette der USA aufzusteigen.

Quelle: n-tv.de