Wirtschaft

Amsterdam statt London Britische Firmen ziehen in die Niederlande

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Amsterdam gewinnt für britische Firmen an Attraktivität.

(Foto: REUTERS)

Der Brexit macht das europäische Festland für britische Firmen attraktiver. Sie wollen durch einen Umzug den ungehinderten Zugang zum Binnenmarkt behalten. Besonders begehrt sind die Niederlande. 

Die Niederlande locken wegen des Brexits immer mehr Unternehmen aus Großbritannien an. Eine Rekordzahl von 550 Firmen befinde sich derzeit in Gesprächen mit der Agentur für Auslandsinvestitionen über eine Verlagerung oder Expansion in die Niederlande, wie die Foreign Investment Agency mitteilte. Trotz Corona-Krise seien im vergangenen Jahr 78 "Brexit"-Unternehmen in die Niederlande gezogen, genauso viele wie 2019.

"Nicht nur die Anzahl der Kontakte wächst weiter, auch die Zahl der Unternehmen, die sich nach dem Brexit für die Niederlande entschieden haben, nimmt zu", betonte die Agentur. Die Neuankömmlinge wollen in den ersten drei Jahren insgesamt 6000 Arbeitsplätze schaffen und 544 Millionen Euro investieren.

Besonders Amsterdam weckt das Interesse von der Insel. Dort haben sich vor allem Unternehmen aus den Bereichen Handel und Finanzen, Medizin und Landwirtschaft sowie Logistik und Vertrieb angesiedelt. Sie wollen damit sicherstellen, nach dem EU-Austritt Großbritanniens weiterhin ungehinderten Zugang zum Binnenmarkt der Europäischen Union zu haben.

London musste nach dem Brexit bereits die Führungsposition unter den europäischen Handelsplätzen an Amsterdam abtreten. An den dortigen Börsen wurden im Januar mehr Aktien gehandelt als an der Themse, wie aus Daten der Terminbörse Cboe Europe hervorgeht. Demnach betrug das tägliche Handelsvolumen in Amsterdam 9,2 Milliarden Euro, verglichen mit 8,6 Milliarden Euro in London.

Quelle: ntv.de, jga/rts