Wirtschaft

Zoff um Babypflege-Produkte Bübchen wirft Beiersdorf Designklau vor

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Pflegeprodukte von Bübchen und Nivea in der Gegenüberstellung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Babypflege-Hersteller Bübchen streitet sich mit dem Konzern Beiersdorf vor Gericht. Dabei geht es um die Frage, ob Beiersdorf bei der Aufmachung seiner Nivea-Produkte bei Bübchen abgekupfert hat. Die zuständige Richterin scheint diese Einschätzung allerdings nicht zu teilen.

Babypflege-Produkte vom Pflegeöl bis zum Haarshampoo sind ein Millionengeschäft - und ein hartumkämpftes dazu. Wohl auch deshalb hat der Pflegeprodukte-Hersteller Bübchen vor dem Düsseldorfer Landgericht eine Klage gegen den Nivea-Hersteller Beiersdorf eingereicht. Der Vorwurf: Beiersdorf soll für seine eigene Pflegeserie Nivea Baby das Bübchen-Produktdesign bis hin zur Verwendung der Formulierung "Für zarte Babyhaut" nachgeahmt und damit gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen haben.

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Das Landgericht Düsseldorf signalisierte bei einer mündlichen Verhandlung heute allerdings erhebliche Zweifel an der Berechtigung der Vorwürfe. Die Vorsitzende Richterin der 4. Kammer für Handelssachen, Elisabeth Stöve, sagte, nach der vorläufigen Einschätzung des Gerichts orientiere sich die Aufmachung der Babyprodukte von Beiersdorf eher an der Gestaltung anderer Nivea-Produkte als am Bübchen-Design.

Die Bübchen Skincare GmbH hatte Beiersdorf vorgeworfen, sich in vielen Punkten an das Bübchen-Produktdesign anzulehnen. Das gelte für die hellblaue Flasche, das dunkelblaue Firmenlogo darauf und gehe bis hin zur Verwendung der Formulierung "Für zarte Babyhaut". Bübchen-Chef Martin Kemper klagte vor dem Verhandlungstag: "Beiersdorf schmückt sich mit langjährig erarbeiteten Assoziationen für Vertrauen und Tradition von Bübchen."

"Der Markt ist voll mit hellblauen Produkten"

Beiersdorf wies diese Vorwürfe vor Gericht entschieden zurück. Nivea müsse sich als starke Marke nicht bei Bübchen anlehnen, sagte der Rechtsanwalt des Unternehmens. Und auch die drei Richter der Handelskammer signalisierten bei der mündlichen Verhandlung, dass sie die Vorwürfe von Bübchen in wesentlichen Punkten für unbegründet halten. Das gelte etwa für die Wahl von Himmelblau als Grundfarbe für die Produkte. "Der Markt ist voll mit hellblauen Produkten im Baby-Pflegebereich", sagte die Vorsitzende Richterin. Von einer wettbewerblichen Eigenart könne hier keine Rede sein.

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Das gelte vielleicht sogar noch mehr für das dunkelblaue Firmenlogo auf dem Produkt. Auch das sei kein Merkmal, das Bübchen für sich allein beanspruchen könne. Im Gegenteil: Der durchschnittliche Verbraucher werde bei einem dunkelblauen Logo wegen der viel größeren Bekanntheit eher an die Marke Nivea als an Bübchen denken.

Auch den Vorwurf, dass Beiersdorf den Bübchen-Slogan "Für zarte Babyhaut" kopiert habe, hielt das Gericht in seiner vorläufigen Bewertung für nicht haltbar. Die Formulierung von der zarten Babyhaut werde heute überall verwendet - von Wettbewerbern, aber auch von Drogerieketten, sagte Stöver. Seine endgültige Entscheidung will das Gericht voraussichtlich am 27. Oktober verkünden.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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