Wirtschaft

Schleppende Ticket-Erstattung Bundesamt belegt 21 Airlines mit Geldstrafen

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Viele Kunden warten lange auf die Erstattung ihrer Tickets.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wegen der Corona-Pandemie werden viele Flüge gestrichen. Bei der Rückerstattung der Tickets lassen sich viele Airlines Zeit. Weil sich die Kundenbeschwerden häufen, wird nun das Luftfahrt-Bundesamt aktiv. Gegen Dutzende Fluggesellschaften verhängt die Behörde Bußgelder.

Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) hat einem Zeitungsbericht zufolge in 21 Fällen gegen Fluggesellschaften Bußgelder verhängt, die Ticketkosten von Corona-bedingt stornierten Flügen nicht fristgerecht zurückbezahlt haben sollen. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde gegenüber dem "Handelsblatt". Details zur Höhe der Geldstrafen nannte der Sprecher nicht.

Insbesondere die in der Corona-Krise vom Staat gestützte Lufthansa stand zuletzt in diesem Zusammenhang in der Kritik. Verbraucherschützer hatten der Airline eine mangelnde Rückzahlung stornierter Flüge vorgeworfen.

In Deutschland ist das Luftfahrt-Bundesamt die offizielle Durchsetzungs- und Beschwerdestelle für die Rechte von Fluggästen. Angesichts Tausender gestrichener Flüge und geplatzter Reisen registrierte das LBA zuletzt eine Vielzahl von Verbraucherbeschwerden. Die Behörde bearbeitet derzeit mehr als 2100 Beschwerden, die im Zeitraum vom 17. März bis 30. September 2020 wegen Nichtbeförderung beziehungsweise Annullierung oder Verspätung von Flügen eingegangen sind. Von diesen Beschwerden betreffen nach Angaben eines Sprechers 1701 vermeintliche Verstöße gegen die gesetzlich vorgegebene Frist von sieben Tagen für die Ticketrückerstattung von gestrichenen Flügen.

Viele Beschwerden über Airlines registriert auch die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP). "Die Verbraucher haben sich infolge der Corona-Pandemie so oft wie noch nie zuvor mit ihrem Problem an uns gewandt", sagte SÖP-Geschäftsführer Heinz Klewe vergangene Woche dem "Handelsblatt". Demnach summierte sich in diesem Jahr die Zahl der Beschwerden bei der SÖP zu Flügen bis Ende September auf mehr als 28.000. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg um rund 70 Prozent.

Quelle: ntv.de, jpe/rts/AFP