Wirtschaft
Stark schwankende Kurse und kaum Möglichkeiten, sie im Handel zu nutzen: Kryptowährungen
Stark schwankende Kurse und kaum Möglichkeiten, sie im Handel zu nutzen: Kryptowährungen(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 14. Februar 2018

"Liebe zum Bargeld ungebrochen": Bundesbank für globale Krypto-Regulierung

Bargeld ist weiterhin das beliebsteste Alltagszahlungsmittel in Deutschland, aber der Anteil sinkt seit Jahren. Mögliche Konkurrenz durch Kryptowährungen sieht die Bundesbank nicht. Eine Regulierung hält die Zentralbank dennoch für sinnvoll.

Es bewegt sich was im deutschen Handel. Gemessen am Umsatz ist der Anteil der Barzahlungen erstmals unter 50 Prozent gesunken. Die von der Bundesbank ermittelten 48 Prozent im Jahr 2017 bedeuten allerdings trotzdem noch fast die Hälfte. "Die Liebe der Deutschen zum Bargeld (...) ist ungebrochen", stellte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele fest. Zugleich nahm der Anteil der Zahlungen per Girocard (EC-Karte) weiter zu, wie die Umfrage der Zentralbank ergab. 35 Prozent der erfassten Umsätze werden der Studie zufolge inzwischen auf diesem Weg bezahlt.

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Der seit Jahren zu beobachtende Trend setzt sich also fort: "In der Zukunft könnte auch die Nutzung beispielsweise kontaktloser Kartenzahlungen (...) steigen", prognostizierte Thiele. "Allerdings ist und bleibt Bargeld das (...) meistgenutzte Zahlungsmittel. Und ich erwarte, dass dies noch einige Zeit so bleiben wird." Die Menschen hierzulande tätigen drei von vier Einkäufen an der Ladenkasse nach wie vor mit Schein und Münze. Vor allem kleine Beträge unter fünf Euro werden bar beglichen.

Eine Abschaffung von Bargeld, wie sie manche Ökonomen fordern, oder einen Ersatz durch sogenannte Kryptowährungen wie Bitcoin sehen Deutschlands Währungshüter nicht. "Bitcoin ist aus ökonomischer und ökologischer Sicht ineffizient", urteilte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Obwohl Bitcoin und Co noch vergleichsweise wenig verbreitet sind, setzt sich Weidmann für eine globale Regulierung ein. "Angesichts der Tatsache, dass solche Geschäfte global angeboten werden, ist klar, dass eine nationale oder europäische Regulierung nur begrenzt wirksam sein kann", sagte Weidmann.

Zunächst sei wichtig, bestehende Geldwäschevorschriften durchzusetzen und zu verhindern, dass Bitcoin und Co., die auf Plattformen im Internet gehandelt werden, als Mittel der Terrorismusfinanzierung eingesetzt würden. "Anlass zu regulatorischen Eingriffen könnten auch potenzielle Finanzstabilitätsrisiken bieten, weshalb wir die Verwendung von Krypto-Token im Finanzsektor im Blick haben müssen", sagte Weidmann. Derzeit seien die Risiken aber noch begrenzt.

Bargeld für Banken teurer

EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch sagte: "Alternative Zahlungsmethoden können Euro-Bargeld nicht ersetzen, sondern nur ergänzen." Die Europäische Zentralbank werde aufmerksam darüber wachen, dass die Einsatzmöglichkeiten von Bargeld nicht eingeschränkt werden - etwa durch die Erhebung einer Zahlungsgebühr. Die seit Jahresbeginn amtierende Präsidentin des Bundesverbandes der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, Marija Kolak, mahnte eine faire Lastenverteilung der Kosten der Bargeldnutzung an. Der Aufwand für das Bereitstellen von Bargeld habe sich für Banken "deutlich erhöht", sagte Kolak. "Wir können das nicht 1:1 an unsere Kunden weitergeben."

Die Bundesbank untersucht seit 2008 alle drei Jahre das Zahlungsverhalten in Deutschland. Die Studie 2017 ergab, dass die Menschen hierzulande im Schnitt 107 Euro Bargeld im Portemonnaie haben, davon etwas mehr als 6 Euro in Münzen. Die große Mehrheit, 88 Prozent der gut 2000 befragten Bundesbürger möchte auch in Zukunft mit Scheinen und Münzen bezahlen können.

Beim Plastikgeld wird seit Jahren die Girocard beliebter. Bei der vorigen Bundesbank-Erhebung mit Daten für 2014 lag der Wert bei rund 30 Prozent, innerhalb von drei Jahren stieg der Anteil also um 5 Prozent. Das mobile Bezahlen per Smartphone spielt nach Angaben der Bundesbank in Deutschland bislang kaum eine Rolle. Vor allem Sicherheitsbedenken halten viele Verbraucher von solchen Bezahlverfahren ab - auch wenn die Anbieter versichern, dass diese unbegründet sind.

Quelle: n-tv.de