Wirtschaft

McDonald's hilft der Fed Burger, Fritten und Zinspolitik

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Die Personalpolitik von McDonald's kommt der Fed entgegen.

(Foto: AP)

McDonald's ist aktuell ein Liebling der Fed. Warum? Weil die Fastfood-Kette der Auslöser sein könnte, dass die US-Notenbank endlich die Zinsen anheben kann. Das kostet McDonald's exakt 1 Dollar - pro Stunde und Mitarbeiter.

Die Burger sind längst nicht die besten, die Fritten meistens nur lauwarm, und zu viel Coca-Cola ist sowieso nicht gut - und dennoch: Marktteilnehmer haben in letzter Zeit einen Grund mehr, bei McDonald's einzukehren. Denn hier wird Zinspolitik gemacht. Jawohl, denn der Fastfood-Experte hebt zum 1. Juli die Löhne an und spielt damit der Notenbank in die Hände, wo man auf nichts sehnlicher wartet, als auf Lohnwachstum.

McDonald's
McDonald's 175,90

Fed-Chefin Janet Yellen hat oft erklärt, dass die Notenbank auf kaum ein Konjunkturbarometer so genau achtet wie auf die Löhne und Gehälter. Und auch Jeffrey Lackner, Chef der regionalen Notenbank von Richmond und ebenfalls stimmberechtigt im Offenmarktausschuss, rechnet fest damit, dass in Amerika die Löhne – und damit die Arbeitskosten für die Unternehmen – steigen, und dass genau das den Ausschlag zu einer Zinsanhebung geben könnte.

McDonald's zahlt am 1. Juli den Angestellten in den eigenen Restaurants einen ganzen Dollar mehr pro Stunde. Das betrifft dann nur ein Zehntel der Läden, denn ob und wann die Franchise-Nehmer nachziehen, die immerhin 90 Prozent der rund 14,350 amerikanischen Filialen betreiben, ist nicht bekannt. Der Mutterkonzern aber kommt nun ab Sommer auf einen durchschnittlichen Stundenlohn von 9,90 Dollar für seine Mitarbeiter, die bislang im Mittel 9,01 Dollar verdienten – ein Plus von satten 10 Prozent. Im nächsten Jahr will das Unternehmen die 10-Dollar-Marke überschreiten.

Die anderen machen mit

McDonald's ist indes nicht das einzige Unternehmen, das zur Zeit die Löhne anhebt: Bei In-N-Out Burger zahlt man 10,50 Dollar die Stunde, bei Shake Shack einen glatten Zehner und der Kaffee-Riese Starbucks hat im Januar die Stundenlöhne erhöht, allerdings individuell und nicht für alle Baristas gleich. Im Einzelhandel hat sich der häufig für seine Niedriglöhne kritisierte Branchenführer Wal-Mart endlich durchgerungen, seinen Mitarbeitern ab April 9 Dollar pro Stunde zu zahlen, ab nächstem Jahr wird es 10 Dollar geben – die gleichen Zahlen nennen der größte Konkurrent Target, die Modekette The Gap und der Billigheimer T.J. Maxx.

Richtig großzügig zahlt man beim Großhändler Costco, wo Mitarbeiter auf Einstiegsniveau pro Stunde mit 11,50 Dollar entlohnt werden – der Durchschnitt für alle Mitarbeiter liegt bei 21 Dollar. Beim Whole Foods liegt der Einstiegslohn bei 10 Dollar, der Durchschnitt bei 18,89 Dollar, und der Eiskremspezialist Ben & Jerry's zahlt Neulingen bereits 16,29 Dollar. "Solange es der Firma gut geht, soll es auch unseren Mitarbeitern gut gehen", ließ Firmensprecher Sean Greenwood unlängst verlauten – das ist nur richtig so, und doch in Corporate America die Ausnahme.

Experten sind sich einig, dass die höheren Löhne den Unternehmen nutzen. Zum einen hat sich die Lage am Arbeitsmarkt verbessert, es gibt mehr Jobs und entsprechend mehr Konkurrenz um Bewerber. Zum anderen bleiben gut bezahlte und entsprechend zufriedenere Angestellte ihrem Unternehmen länger treu, wodurch dem Arbeitgeber das lästige und kostspielige Einarbeiten ständig neuer Kräfte entfällt.

Und letztlich wäre dann noch ein Punkt, der zumindest einigen Unternehmen einleuchtet: Gut verdienende Arbeitnehmer sind kaufkräftige Konsumenten – das ließ schon Henry Ford anno 1914 den Stundenlohn für seine Arbeiter auf 5 Dollar verdoppeln. Aus Arbeiter wurden plötzlich auch Kunden, die Wirtschaft zog an. Auf einen solchen Effekt hofft die amerikanische Notenbank nun wieder, weshalb die Zinsen auch guten Gewissens angehoben werden können, wenn die Löhne steigen.

Quelle: n-tv.de

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