Wirtschaft

Technik soll in China bleiben Bytedance will Mehrheit an Tiktok behalten

0eeb5b75950c701f08ec8621f8b58426.jpg

Der chinesische Tiktok-Eigner Bytedance sieht keinen Technologietransfer in die USA vor.

(Foto: REUTERS)

Aus den USA ist zu hören, dass beim möglichen Tiktok-Deal US-Investoren eine Mehrheit übernehmen sollen. Der chinesische Besitzer Bytedance will allerdings seine Vormachtstellung nicht aufgeben. Es könnte beides zugleich möglich sein.

Das Gezerre um die chinesische Videoplattform Tiktok hält an. Der chinesische Eigner Bytedance erklärte, das globale Tiktok-Geschäft werde auch nach einem möglichen Einstieg von Oracle und Walmart weiterhin als Tochter geführt. Es seien "Gerüchte", dass die Mehrheit in den Händen von US-Akteuren liegen werde. Damit widersprechen die Chinesen Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump. Der hatte dem Deal am Wochenende zugestimmt und verkündet: "Es wird eine ganz neue Firma sein. Sie wird nichts mit China zu tun haben."

Ähnlich hatten sich der Softwarekonzern Oracle und der Einzelhändler Walmart geäußert. Die US-Konzerne hatten am Wochenende mitgeteilt, 12,5 Prozent beziehungsweise 7,5 Prozent am neuen Unternehmen Tiktok Global erwerben zu wollen. Weitere US-Investoren unter den Eigentümern der Tiktok-Mutter Bytedance sollten demnach sicherstellen, dass die Mehrheit an der App in den Händen von US-Amerikanern liegt.

Das "Wall Street Journal" berichtete dagegen, dass Bytedance die restlichen 80 Prozent von Tiktok Global behalten werde. Aber: Da amerikanische Investoren wie die Start-up-Finanzierer Sequoia und General Atlantic wiederum rund 40 Prozent an Bytedance hielten, könne man von einer US-Mehrheit bei Tiktok sprechen, erklärten informierte Personen der Zeitung.

In den chinesischen Medien wurde die Ankündigung, dass Bytedance weiterhin die Mehrheit halte, positiv aufgenommen. Damit sei Bytedance "nicht aus dem Spiel", urteilte die "Global Times". Bytedance habe das Schlimmste verhindert. Bei den Verhandlungen spielten auch die Algorithmen eine große Rolle, die unter anderem bestimmen, welche Videos in welcher Reihenfolge den Nutzern empfohlen werden. Hier soll das Geheimnis des Erfolgs von Tiktok liegen.

Es gebe bislang keine Pläne, Algorithmen bei dem Deal an Oracle oder Walmart zu übergeben, teilte Bytedance mit. Bei einer Übertragung von Algorithmen wäre die Zustimmung des chinesischen Handelsministeriums zu dem Geschäft notwendig geworden. Oracle und Walmart hatten dazu erklärt, jegliche Tiktok-Technologie werde sich in den Händen des neu zu gründenden Unternehmens Tiktok Global befinden.

Trump hatte am 14. August verfügt, Bytedance habe 90 Tage Zeit, um Tiktok zu verkaufen, ansonsten werde der vor allem bei Jugendlichen beliebte Dienst verboten. Der Republikaner, der gerade um seine Wiederwahl kämpft, begründet diese Haltung mit der Sorge um die Nutzerdaten der rund 100 Millionen Amerikaner, die in den Händen der Kommunistischen Partei Chinas landen könnten. Diese Nutzerdaten sollen Tiktok zufolge künftig von Oracle verwaltet werden. Der US-Konzern soll demnach auch für die Sicherheit aller damit in Verbindung stehenden IT-Systeme zuständig sein. "Diese Vereinbarung erfüllt die nationalen Sicherheitsanforderungen der USA vollständig", erklärte Tiktok.

Quelle: ntv.de, lwe/rts/dpa/AFP