Wirtschaft

Wirtschaft arbeitet sich aus Tal Chefetagen blicken versöhnlicher auf 2020

imago82518969h.jpg

Die Industrie steckt weiter in der Krise.

(Foto: imago/BildFunkMV)

Die deutsche Wirtschaft rumpelt ein wenig - doch von einer Krise ist sie weiterhin entfernt. Kurz vor dem Jahreswechsel wächst in den Führungsetagen sogar der Optimismus. Von einer Trendwende wollen Wirtschaftsforscher indes noch nicht sprechen.

Die Chefs deutscher Unternehmen gehen mit etwas mehr Zuversicht für das nächste Jahr in die Weihnachtsfeiertage. Die Unternehmen blicken optimistischer auf ihre aktuelle Lage und auch ihre Erwartungen an die Entwicklung der kommenden sechs Monate verbesserten sich. Unerwartet stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex im Dezember von 95,1 Punkten auf 96,3 Punkte. Für dessen Erhebung befragt das Münchner Forschungsinstitut monatlich rund 9000 Unternehmen.

"Die deutsche Wirtschaft geht versöhnlich ins neue Jahr", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Ein Grund dafür seien Anzeichen für eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. "Das freut die deutschen Exporteure", sagte Wohlrabe. Auch der klare Wahlausgang in Großbritannien stütze, da Premierminister Boris Johnson nun seinen Brexit-Kurs durchsetzen könne. "Das dürfte ebenfalls Unsicherheit herausnehmen", sagte der Ifo-Experte.

Handel und Baugewerbe pessimistischer

In der Industrie schätzen die Firmen ihre aktuelle Lage laut Ifo-Umfrage zwar etwas schlechter als im November ein. Die Erwartungen in den Chefetagen der Branche für die kommenden Monate waren aber "merklich weniger pessimistisch".

In der Dienstleistungsbranche stieg der Index auf den höchsten Wert seit einem halben Jahr, wie das Ifo mitteilte. Die Unternehmen schätzten ihre aktuelle Lage "merklich besser" ein, mit Blick auf die kommenden Monate sei "vorsichtiger Optimismus" aufgekommen.

Im Handel waren die Unternehmen im Weihnachtsmonat Dezember etwas zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Ihre Aussichten waren aber schlechter als im November. Auch das Bauhauptgewerbe hat pessimistischere Erwartungen. Die aktuelle Lage hingegen bewertet die Branche weiterhin sehr gut.

Industrie bleibt in der Rezession

Trotz des Indexanstiegs sehen die Forscher aber noch keine echte Trendwende zum Besseren für die deutsche Wirtschaft. "Sie arbeitet sich langsam aus ihrem Tief heraus", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. "Die Industrie ist aber noch in der Rezession und wird noch eine Weile brauchen, um sich daraus zu befreien. Solange das nicht der Fall ist, kann noch nicht von einer echten Trendwende gesprochen werden."

Sein Institut rechnet im zu Ende gehenden vierten Quartal mit einem Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent, nachdem es in den Sommermonaten nur zu einem Miniplus von 0,1 Prozent gereicht hatte. "Treiber bleibt der Binnenmarkt", sagte Wohlrabe.

Quelle: ntv.de, jwu/rts