Wirtschaft

Neue Normalität im Lockdown Chefs verwehren nur selten Homeoffice

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Nur noch wenige Menschen müssen für die Arbeit zu Hause den eigenen Rechner verwenden.

(Foto: dpa)

Per Verordnung will die Bundesregierung Anfang des Jahres mehr Menschen ins Homeoffice bewegen. Einer neuen Befragung zufolge ist dies gelungen. Arbeitnehmer beklagen auch nur noch selten, dass sie es untersagt bekommen, von zu Hause aus zu arbeiten.

Homeoffice wird während des zweiten Corona-Lockdowns zunehmend zur Normalität für viele Arbeitnehmer in Deutschland. Das ergibt eine Befragung des Bonner Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) über die der "Spiegel" berichtet. Bei der repräsentativen Studie gaben knapp die Hälfte an, ganz oder teilweise von zu Hause aus zu arbeiten - 13 Prozent mehr als noch bei einer vergleichbaren Umfrage zum ersten Lockdown im vergangenen Jahr.

Die Studienmacher fanden auch heraus, dass die Akzeptanz von Homeoffice bei Arbeitgebern mittlerweile groß ist. Nur 9 Prozent derer, die nicht im Homeoffice arbeiteten, gaben als Grund an, dies von ihren Chefs verboten bekommen zu haben. 7 Prozent führten aus, Homeoffice sei "nicht gern gesehen". Die weit überwältigende Zahl der Präsenzarbeiter (86 Prozent) gab an, ihre Arbeit sei schlicht nicht dafür geeignet, zu Hause erledigt zu werden.

Viele im Homeoffice Beschäftigte sehen die Büroräume ihres Arbeitgebers nur noch selten. Die Studie ergab, dass mehr als die Hälfte der Heimarbeiter über 80 Prozent ihrer Arbeitszeit in den eigenen vier Wänden verbringen. Lediglich 5 Prozent arbeiten nur vereinzelt zu Hause - also weniger als 20 Prozent ihrer Dienstzeit.

Verordnung brachte Veränderung

Die Arbeitsforscher gingen auch den Bedingungen im Homeoffice auf die Spur. Mit 85 Prozent bekam die weit überwiegende Mehrheit der Beschäftigten Computer, Laptops und Tablets zur Verfügung gestellt. 44 Prozent haben ein dienstliches Smartphone in Gebrauch. Büromöbel werden dagegen weitgehend privat organisiert - nur jeder Zehnte bekommt Stuhl oder Tisch von der Firma bereitgestellt. 8 Prozent müssen dagegen im Homeoffice ausschließlich mit privaten Gerätschaften klarkommen.

Das IZA versuchte auch herauszubekommen, welche Auswirkungen die seit Ende Januar geltende schärfere Corona-Arbeitsschutzverordnung hat - seither sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, Homeoffice anzubieten, wann immer dies möglich ist. Laut der Umfrage hat etwa ein Viertel seither Veränderungen in ihren Betrieben wahrgenommen. 22 Prozent sagten, sie arbeiteten seither mehr von zu Hause.

Quelle: ntv.de, jog