Wirtschaft

Trotz Lieferproblemen Chemiebranche erwartet zwei Rekordjahre in Folge

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Für die künftige Produktion baut BASF den Standort im brandenburgischen Schwarzheide aus. Die Branche erwartet 2022 ein weiteres Rokordjahr.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Die chemische Industrie ist Deutschlands drittgrößter Industriezweig. Die weltweiten Belastungen gehen ander Branche ebenfalls nicht spürbar vorbei. Auch sie hat mit Versorgungsproblemen zu kämpfen. Der Gegenwind verhindert aber wohl keine neuen Rekorde.

Die deutsche Chemieindustrie erwartet 2022 deutliche Zuwächse. Nach der kräftigen Erholung in diesem Jahr sollte das Tempo aber nachlassen. "Trotz verschiedener Belastungsfaktoren rechnen unsere Unternehmen für 2022 mehrheitlich mit einem Plus im In- und Ausland. Vor allem in Übersee gehen sie von mehr Umsatz aus", erklärte Christian Kullmann, Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI).

Insgesamt sollte der Umsatz von Deutschlands drittgrößtem Industriezweig nach der Autobranche und dem Maschinenbau im kommenden Jahr um fünf Prozent auf 231 Milliarden Euro steigen. Die Preise dürften um drei Prozent und die Produktion um zwei Prozent zulegen.

Sorgen bereiten der Branche weiterhin Engpässe bei Vorprodukten und in der Logistik, die sich weiter verschärft hätten. Laut einer Mitgliederumfrage des VCI mussten mehr als ein Drittel der Unternehmen wegen Lieferkettenproblemen ihre Produktion drosseln. Zehn Prozent hätten Anlagen vorübergehend ganz stillgelegt. "Eine so noch nie dagewesenen Situation für die chemische und pharmazeutische Industrie", sagte Kullmann, der auch Vorstandschef beim Spezialchemiekonzern Evonik ist.

Bei der Bearbeitung von Aufträgen komme es dadurch zu Verzögerungen. 39 Prozent der Unternehmen könnten Kundenaufträge sogar nicht erfüllen. An diesen mangele es aber nicht, derzeit betrage die Reichweite der Orderbücher fast zwei Monate. Mit einer Entspannung rechnet Kullmann erst im nächsten Sommer. Denn belastend wirkt auch die Explosion der Gas- und Strompreise. 16 Prozent der Unternehmen könnten die steigenden Kosten nicht zeitnah an die Kunden weitergeben, erklärte der Verband.

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Für dieses Jahr prognostiziert der VCI unverändert einen Umsatzanstieg von 15,5 Prozent auf rund 220 Milliarden Euro. Damit steht die Branche vor einem Rekordjahr. "Sie hielt vielfachem Gegenwind stand", sagte Kullmann. Das Pharmageschäft profitierte vor allem von einer starken Nachfrage nach Covid-Impfstoffen. Die Produktion dürfte 2021 weiterhin um 4,5 Prozent zulegen, die Preise um 8,5 Prozent.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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