Wirtschaft

Yuan bricht ein China bläst zum Angriff im Währungskrieg

RTX18S8O.jpg

Scharfe Waffe im Währungskrieg: Chinas Yuan.

(Foto: REUTERS)

Die Zentralbank in Peking lässt den Kurs des Yuan zum Dollar erstmals seit mehr als zehn Jahren eine rote Linie überschreiten. Damit hebelt Chinas Führung Trumps jüngste Strafzölle teilweise aus und macht unmissverständlich klar, dass sie ihre Währung als Waffe im Handelskrieg betrachtet.

Mit einer drastischen Abwertung seiner Währung hat China seine Feuerkraft im Handelskonflikt mit den USA demonstriert. Die chinesische Zentralbank ließ den Yuan zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren das Verhältnis von sieben Yuan zum US-Dollar überschreiten. Der in Hongkong gehandelte sogenannte Offshore-Yuan brach sogar noch stärker und fast zwei Prozent ein auf das Rekordtief von 7,11 Yuan pro Dollar. Die Sieben-Dollar-Marke galt in den vergangenen Jahren stets als rote Linie, deren Überschreiten die Zentralbank verhindern würde. Der Kursrutsch der chinesischen Währung löste an den Finanzmärkten weltweit Sorge vor einer eskalierenden Handels- und Währungsstreit aus und ließ die Börsen in Asien und Europa einbrechen.

Renminbi Yuan / US-Dollar
Renminbi Yuan / US-Dollar ,14

Der Kurs der chinesischen Währung wird nicht wie der anderer Leitwährungen weitgehend vom Markt bestimmt, sondern mit einer Reihe von Werkzeugen und Regeln von der Zentralbank kontrolliert, die wiederum eng mit der Regierung und der Führung der kommunistischen Partei verbunden ist. Daher wird die starke Abwertung als politische Maßnahme wahrgenommen. Die Zentralbank in Peking nannte den Kursrutsch eine Folge des zunehmenden Protektionismus und insbesondere der jüngsten Strafzölle, die US-Präsident Donald Trump vergangene Woche auf Importe aus China verhängt hatte.

Yuan oder Renminbi?

Renminbi ist der offizielle Name der chinesischen Währung. Es ist das chinesische Wort für "Volksgeld" und betrifft die Währung als Ganzes. Das Wort "Yuan" ist offiziell nur der Begriff für die Maßeinheit des Geldes - wie Euro oder Cent. In Yuan werden Preise gemessen, das Wort Yuan steht auch auf Geldscheinen. Der Einfachheit halber hat es sich aber in anderen Ländern eingebürgert, immer von "Yuan" zu sprechen.

Mit dieser Erklärung macht Peking unmissverständlich klar, dass diese Abwertung Teil der Handelsauseinandersetzung mit den USA ist und dass es den Yuan als Waffe in diesem Kampf betrachtet. "Ohne Zweifel hat der globale Währungskrieg begonnen", zitiert Bloomberg den Finanzexperten und Direktor von Salter Brothers Asset Management, George Boubouras: "Und das ist die logische Fortsetzung des Handelskriegs, der gerade eskaliert ist." Ökonom Julian Evans-Pritchard von Capital Economics sieht in der Yuan-Abwertung einen Beleg dafür, dass man in Peking nicht mehr an ein Handelsabkommen glaube.

Staatsbetriebe stoppen US-Agrarimporte

Seitdem Trump in der vergangenen Woche neue Zölle auf chinesische Importe im Wert von 300 Milliarden Dollar angekündigt hatte, drohte Peking mit Vergeltung. Da China viel weniger Güter aus den USA importieren als umgekehrt, kann die kommunistische Führung nicht mit Gegenzöllen in gleichem Ausmaß auf Trumps Strafzölle reagieren. Berichten zufolge hat die Regierung in Peking unter anderem staatliche Unternehmen angewiesen, den Import von US-Agrarprodukten bis auf weiteres komplett zu stoppen. Die Erzeugnisse der amerikanischen Farmer sind einer der innenpolitisch wichtigsten Punkte für die US-Regierung in den Zollverhandlungen.

Mit der Währungsabwertung, wenn sie dauerhaft und entsprechend drastisch ist, hebelt China die Wirkung der US-Zölle teilweise aus. Während durch Trumps Zölle die Preise für chinesische Produkte auf dem US-Markt tendenziell steigen, werden sie dort durch den sinkenden Wechselkurs des Yuan wieder etwas billiger. Trump hat immer wieder öffentlich kritisiert, dass der Dollar zu stark sei und die Exporte der US-Industrie dadurch verteuert würden. Deshalb fordert er seit Monaten lautstark, dass die amerikanische Notenbank Fed die Leitzinsen drastisch senken und so den Wert des Dollars schwächen solle. Mit der Yuan-Abwertung signalisiert Chinas Zentralbank, dass sie ebenfalls bereit ist, den Handelsstreit auch als Währungskrieg auszufechten.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema