Wirtschaft

Gespräche über Zusammenarbeit China lädt Tsipras ein

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Sanierungsfall Athen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Griechenland sucht nach alternativen Geldgebern und hofft dabei offenbar auf China. Peking hält sich bislang aber mit Hilfszusagen zurück. Immerhin gibt es eine Einladung, um über mögliche Kooperationen zu sprechen.

Darf Griechenland möglicherweise doch noch auf Geld aus China hoffen? Das Außenministerium in Peking hält sich bei Hilfszusagen zwar bedeckt, aber Griechenlands neuer Regierungschef Alexis Tsipras hat wohl immerhin eine Einladung aus Peking erhalten.

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Tsipras droht den EU-Staaten mit alternativen Geldgebern.

(Foto: picture alliance / dpa)

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang habe Tsipras angerufen, ihm zu seinem Wahlsieg gratuliert und ihn zu einem Besuch eingeladen, berichteten griechische Regierungskreise. Einen Tag zuvor hatte der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos erklärt, sein Land könne sich an China, Russland oder die USA wenden, wenn es im Schuldenstreit mit den Euroländern keine Einigung gebe.

Im Telefonat mit Tsipras habe Li angeboten, sich für die Vertiefung und Erweiterung der Beziehungen beider Länder einzusetzen, hieß es weiter. In dem Zusammenhang sei auch darüber diskutiert worden, dass eine griechische Delegation zur Vorbereitung des Besuchs des Regierungschefs nach China reist. Ein Datum wurde noch jedoch nicht genannt.

Mehr Kooperation

Darüber, dass China konkrete Finanzhilfen angeboten habe, wisse sie nichts, ergänzte eine Sprecherin der Chinesischen Außenministeriums. China sei aber bereit, die Zusammenarbeit mit der neuen Regierung in Athen in allen Bereichen zu verstärken.

Regierungskreisen zufolge soll Li Tsipras in dem Telefonat zum Beispiel versichert haben, dass chinesische Firmen Interesse an neuen Investitionen in Griechenland hätten: "Die beiden Regierungschefs haben über eine Vertiefung der Kooperation in den Bereichen Wirtschaft, Handel und Kultur gesprochen", hieß es.

Das hochverschuldete Griechenland ist seit 2010 auf internationale Finanzhilfen angewiesen. Die neue griechische Linksregierung ist aber nicht länger bereit, die strengen Sparauflagen der bisherigen Kreditgeber einzuhalten. Deutschland und andere Eurostaaten sind umgekehrt nicht bereit, Athen Schulden zu erlassen oder ohne neue Auflagen weitere Kredite zur Verfügung zu stellen. Deshalb sucht Athen alternative Geldquellen.  

Am Abend wollten die Finanzminister der 19 Eurostaaten in Brüssel über die Krise beraten. Ohne Kompromiss mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) steht das Griechenland vor der Pleite.

Quelle: ntv.de, ddi/AFP/rts

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