Wirtschaft

"Historischer Wendepunkt" China und Japan steuern Zusammenarbeit an

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(Foto: picture alliance/dpa)

Territoriale Streitigkeiten und die Last der Geschichte prägen jahrelang das Verhältnis zwischen Japan und China. Das soll sich nun ändern: Bei ihrem ersten Gipfeltreffen seit sieben Jahren planen die Ministerpräsidenten beider Länder eine neue Wirtschaftskooperation.

Vor dem Hintergrund ihrer Handelsstreitigkeiten mit den USA wollen China und Japan ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit deutlich ausbauen. Darauf verständigten sich Japans Ministerpräsident Shinzo Abe und sein chinesischer Amtskollege Li Keqiang bei ihren Gesprächen in Peking. Es ist das erste Gipfeltreffen der beiden asiatischen Staaten seit sieben Jahren.

Da die politischen Beziehungen nach jahrelangen Spannungen "wieder auf den normalen Weg zurückgekehrt" seien, solle besonders auch in Wirtschaft und Handel "eine neue Phase" der Kooperation eingeläutet werden, sagte Li nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Er gehe davon aus, dass es neue Möglichkeiten zur Kooperation etwa bei Infrastruktur, Logistik, Gesundheit und Finanzdienstleistungen gebe.

Ähnlich äußerte sich Japans Premier. Er sprach von einem "historischen Wendepunkt" der Beziehungen und einem "Sonnenaufgang einer neuen japanisch-chinesischen Zusammenarbeit". Seine Visite ist der erste bilaterale Besuch eines japanischen Ministerpräsidenten in Peking seit sieben Jahren. Am Nachmittag stand ein Treffen mit Staats- und Parteichef Xi Jinping auf dem Programm.

Abes erster Besuch in Peking

Beide haben sich zwar wiederholt am Rande internationaler Gipfel gesehen, doch war Abe seit seinem Amtsantritt 2012 noch nie zu einem eigenständigen Besuch in Peking. Das Verhältnis war wegen des rechtskonservativen Kurses von Abe und Japans Vergangenheit als Aggressor im Zweiten Weltkrieg frostig. Auch 40 Jahre nach Abschluss eines Friedensabkommens sind die Beziehungen angespannt.

Schwere Spannungen gab es zudem 2012, als sich der Territorialstreit um Inseln im Ostchinesischen Meer noch verschärfte. Der Handelskrieg der USA mit China und der Druck von US-Präsident Donald Trump auch auf Japan, mehr aus den USA zu importieren, lassen die zweit- und die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt aber wieder näher zusammenrücken.

Li sagte, sein Land sei bereit, die Beziehungen zu normalisieren. Beide Staaten erkennten die Bedeutung des Welthandels an. Er erklärte in diesem Zusammenhang, seine Regierung strebe keine Abwertung der Landeswährung Yuan an.

Quelle: n-tv.de, lri/dpa/rts

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