Wirtschaft

Null-Corona-Politik lähmt Markt China verabschiedet sich vom Wachstumsziel

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Vor allem wegen der harten Corona-Lockdowns legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Frühjahr binnen Jahresfrist nur um magere 0,4 Prozent zu.

(Foto: picture alliance / CFOTO)

Die restriktiven Corona-Maßnahmen bringen den chinesischen Wirtschaftsmotor zum Stottern. Die einst florierende Volkswirtschaft kämpft mit einem schwachen Zuwachs des Bruttoinlandprodukts. Das Regime in Peking vermeidet nun sogar, überhaupt noch von einem Wachstumsziel zu sprechen.

China verabschiedet sich zunehmend von seinem Wachstumsziel für die Wirtschaft in diesem Jahr. Die Volksrepublik werde hart arbeiten, um das bestmöglichste Ergebnis für die Konjunktur in diesem Jahr zu erzielen, berichteten staatliche Medien nach einem hochrangigen Treffen der regierenden kommunistischen Partei. Zuletzt war dagegen stets noch dazu aufgerufen worden, das Wachstumsziel für dieses Jahr von rund 5,5 Prozent zu erreichen.

Experten gehen mittlerweile davon aus, dass dieses Ziel für die nach den USA weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft angesichts harter Corona-Lockdowns in Städten wie Shanghai nicht mehr realistisch ist. Das 25-köpfige Politbüro war zu einer Sitzung zusammengekommen, um die konjunkturelle Lage zu besprechen. In der zweiten Jahreshälfte 2022 sollte China "Beschäftigung und Preise stabilisieren, die Wirtschaftsaktivitäten in einem vernünftigen Rahmen halten und danach streben, die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen", berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua nach dem Treffen. Das Wachstumsziel wurde nicht erwähnt.

Chinas Wirtschaftsmotor stotterte zuletzt kräftig, was die Furcht vor einer globalen Konjunkturabkühlung schürt. Vor allem wegen der harten Corona-Lockdowns legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Frühjahr binnen Jahresfrist nur um magere 0,4 Prozent zu. Klammert man den Schock vom Ausbruch der Virus-Pandemie Anfang 2020 aus, war dies das geringste Wachstum seit Beginn der Datenerhebung 1992.

"Die Mittelschicht bekommt die Auswirkungen zunehmend zu spüren, etwa durch stagnierende Einkommen oder fallende Immobilienpreise. Dadurch erhöht sich der politische Druck auf die Regierung, Lösungen zu finden", kommentierte Max Zenglein vom Berliner China-Institut Merics Mitte Juli die wirtschaftliche Lage in China. Das schwache Wachstum verstärke Probleme im Finanzsystem. Ohne einen deutlichen Aufschwung sei in den kommenden Monaten mit einem Anstieg der Zahlungsausfälle zu rechnen. Volkswirte erwarten, dass die Pekinger Behörden nun verstärkt versuchen werden, die Konjunktur anzukurbeln.

Quelle: ntv.de, lve/rts

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