Wirtschaft

Geringstes Wachstum seit 1990 Chinas Aufschwung schwächt sich ab

Trumps Handelsstreit zeigt Wirkung: Der rasante Aufstieg der chinesischen Volkswirtschaft verliert deutlich erkennbar an Dynamik. Das Wirtschaftswachstum 2019 fällt für Pekinger Verhältnisse ungewohnt mager aus.

Die chinesische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr so langsam gewachsen wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr. Die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft legte gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 6,1 Prozent zu, wie das Nationale Statistikbüro in Peking mitteilte. Dies war der schwächste Zuwachs seit 1990 und damit seit fast drei Jahrzehnten. 2018 war die chinesische Wirtschaft den offiziellen Daten zufolge noch um 6,6 Prozent gewachsen.

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Infrastruktur für ein Riesenreich: Bau einer Hochspannungsleitung in Zhoushan an der chinesischen Ostküste.

(Foto: REUTERS)

Für 2019 hatte Peking ein Wachstum von 6,0 bis 6,5 Prozent angepeilt. Die nun veröffentlichten Daten liegen damit eher am unteren Rand der staatlichen Zielvorgabe. Experten führen die mittlerweile deutlich erkennbaren Bremsspuren in der chinesischen Konjunktur auf das Nachlassen der Binnennachfrage sowie den seit fast zwei Jahren andauernden Handelskonflikt mit den USA zurück.

Allerdings bemühen sich die Wirtschaftslenker des autoritär regierten Riesenreichs auch seit Jahren, eine konjunkturelle Überhitzung zu vermeiden und das rasante Wachstum, das teils erhebliche Nebenwirkungen etwa am Kredit- oder Immobilienmarkt erzeugt, vorsichtig einzudämmen. In den zurückliegenden Jahren hatte die chinesische Wirtschaft teils mit zweistelligen Wachstumsraten zugelegt.

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Bei diesem "Ritt auf dem Drachen", wie Beobachter die staatlichen Lenkungsbemühungen beschreiben, ist der von US-Präsident Donald Trump angezettelte Handelsstreit sicher alles andere als hilfreich. Zuletzt hatte sich dieser Konflikt aber etwas entschärft: Am Mittwoch unterzeichneten Washington und Peking ein erstes Teilabkommen - den sogenannten Phase-One-Deal - zur künftigen Regelung ihrer Handelsbeziehungen.

Teil der Vereinbarung ist Pekings Zusage, über zwei Jahre hinweg zusätzlich US-Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar zu kaufen. Die USA verzichten im Gegenzug auf neue Strafzölle und senken zudem teilweise derzeit bestehende Zölle. Ein Großteil der milliardenschweren Handelsbeschränkungen bleibt aber vorerst unverändert in Kraft.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP