Wirtschaft

Überraschende ZahlenChinas Exporte wachsen trotz Iran-Krieg

09.05.2026, 10:53 Uhr
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Der Wert der Ausfuhren aus China stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat. (Foto: picture alliance/dpa/XinHua)

China erstaunt mit neuen Handelszahlen. Die Exportwirtschaft floriert trotz globaler Spannungen. Das dürfte auch beim anstehenden Besuch von US-Präsident Trump nächste Woche eine Rolle spielen. Deutsche Unternehmen blicken mit Sorge auf das Treffen.

Chinas Außenhandel hat im April trotz des laufenden Iran-Konflikts und der Belastungen für die Weltwirtschaft mit deutlich gestiegenen Exporten und Importen überrascht. Wie die Zollbehörde in Peking mitteilte, stieg der Wert der Ausfuhren in US-Dollar berechnet um 14,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Importe legten demnach um 25,3 Prozent zu. Unterm Strich blieb ein Handelsüberschuss von 84,82 Milliarden Dollar (knapp 72 Milliarden Euro).

Analysten hatten vorab mit einem Exportwachstum von 6,5 Prozent gerechnet, nachdem im Vormonat nur ein Zuwachs von 2,5 Prozent zu Buche gestanden hatte. Für die Importe hatten die Experten ein Plus von 20,4 Prozent erwartet.

Global sorgen die anhaltenden Spannungen in Nahost und die unsichere Lage in der für die Schifffahrt wichtigen Straße von Hormus für Verunsicherung. China gilt als Hauptkäufer iranischen Öls und wichtiger Unterstützer des mit internationalen Sanktionen belegten Landes.

Trump reist nach Peking

Allerdings bezieht Peking Öl aus vielen Staaten und hat Reserven. Der Iran machte 2025 laut Schätzungen ungefähr 13 Prozent der chinesischen Öl-Importe aus. Der Iran-Konflikt könnte sich jedoch auf Chinas exportgetriebene Wirtschaft auswirken, wenn die Folgen des hohen Ölpreises langfristig auf die globale Nachfrage drücken.

Der Veröffentlichungstermin der jüngsten Handelsdaten Chinas fällt just in den Vorlauf des geplanten Peking-Besuchs von US-Präsident Donald Trump in der kommenden Woche. China bestätigte die Reise bislang nicht. Der Handel mit den USA stieg im April. China exportierte im Vorjahresvergleich 11,3 Prozent mehr in die Vereinigten Staaten und importierte 9 Prozent mehr von dort. 

Noch vor einem Jahr, im April 2025, war der Zollstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt eskaliert und hatte den bilateralen Handel massiv beeinträchtigt. Peking hatte sich mit Gegenzöllen auf US-Importe und Exportkontrollen auf wichtige Rohstoffe gewehrt, die US-Firmen und Unternehmen auf der ganzen Welt betrafen.

Handelspartner gespannt

Beobachter rechnen damit, dass Trump und Chinas Präsident Xi Jinping neben dem Iran-Konflikt und neben Washingtons Beziehungen zur von China beanspruchten Insel Taiwan auch über den momentan bis November pausierenden Handelskonflikt sprechen werden.

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Andere Handelspartner Chinas blicken derweil gespannt auf den Besuch. "Fakt ist: Die Mehrheit der deutschen Unternehmen in China ist vom Handelskonflikt zwischen den USA und China betroffen", sagte der Chef der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) in Nordchina, Oliver Oehms. Sie bräuchten vor allem mehr Klarheit und Berechenbarkeit bei Zöllen und Exportkontrollen. Laut Oehms kann der Besuch ein "wichtiges Signal der Stabilisierung" senden. "Durchbrüche erwarten wir jedoch nicht", sagte er. 

Quelle: ntv.de, raf/dpa

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