Wirtschaft
Daimler begrüßt das Interesse von langfristig orientierten Anteilseignern.
Daimler begrüßt das Interesse von langfristig orientierten Anteilseignern.(Foto: picture alliance / Sebastian Gol)
Dienstag, 06. Februar 2018

Partnerschaft für Elektroautos: Chinesen kaufen sich bei Daimler ein

Schon im Herbst versucht der chinesische Autobauer Geely, bei Daimler einzusteigen. Damals lehnen die Schwaben die Avancen noch ab. Doch Geely gibt nicht auf, sondern kauft ein milliardenschweres Aktienpaket. Ziel ist ein Gemeinschaftsunternehmen.

Der chinesische Autokonzern Geely soll sich bei Daimler eingekauft haben, um den Grundstein für eine Partnerschaft im Batterien-Geschäft zu legen. Geely habe Daimler-Aktien erworben, erklärten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Höhe des Anteils ist unklar, er sollte aber unter drei Prozent liegen - ab dieser Schwelle müssen Beteiligungen laut deutschen Kapitalmarktregeln veröffentlicht werden. Geely ist den Insidern zufolge an der Batterie-Technologie von Daimler interessiert und will ein Gemeinschaftsunternehmen in der Hauptstadt der Provinz Hubei gründen, Wuhan.

Das Interesse von Geely am Stuttgarter Autokonzern hatte bereits im Herbst für Fantasie an der Börse gesorgt. Damals wollte die chinesische Volvo-Mutter über eine Kapitalerhöhung mit einem Anteil von bis zu fünf Prozent bei Daimler einsteigen. Die Schwaben wiesen die milliardenschweren Avancen ab, teilten den Chinesen laut den Insidern allerdings mit, dass sie ein Aktienpaket an der Börse kaufen könnten.

Zu diesem Schritt habe sich Geely entschlossen, sagten die Insider. Geely wolle somit die Ernsthaftigkeit seiner Pläne untermauern und Daimler zeigen, dass man nicht aufgebe. Ein Sprecher des chinesischen Autokonzerns wollte sich dazu nicht äußern. Daimler erklärte, das Unternehmen begrüße das Interesse von langfristig orientierten Anteilseignern. Wesentliche Änderungen in der Aktionärsstruktur würden auf der Internetseite des Unternehmens veröffentlicht.

Einer der größten Eigner von Daimler ist seit Langem das Emirat Kuwait. Die Daimler-Partner Renault und Nissan halten niedrigere Anteile. Das aktuell größte Aktienpaket hatte zuletzt der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock mit rund sechs Prozent gemeldet. Zu Geely gehört seit einigen Jahren die schwedische Automarke Volvo. Vor wenigen Wochen waren die Chinesen zudem bei der Lkw-Sparte des schwedischen Unternehmens eingestiegen.

Quelle: n-tv.de