Wirtschaft

Die Einkaufstour geht weiter Chinesen schlagen bei Air France-KLM zu

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Air France-KLM-Tochter Servair bekommt einen neuen Großaktionär - aus China.

(Foto: REUTERS)

Kuka, SGL, Aixtron? Nicht nur hierzulande scheinen Unternehmen ins Visier chinesischer Konzerne zu geraten: Air France-KLM teilt exklusive Verhandlungen mit dem Luftfracht-Experten HNA mit. Es geht um eine Tochter.

Chinesische Unternehmen setzen ihre Einkaufstour in Europa fort. Nun greift der Luftfracht-, Tourismus- und Logistik-Experte HNA nach der Caterer-Tochter der Fluggesellschaft Air France. Bei den exklusiven Verhandlungen gehe es um einen Anteil von 49,99 Prozent und die operative Kontrolle von Servair, teilten die Franzosen mit. Zuvor hatte die "Financial Times" entsprechend berichtet. Den Gesamtwert der Tochter bezifferte Air France auf 475 Millionen Euro.

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HNA hatte Anfang April den Kauf von Gategroup, einem der größten Anbieter von Verpflegungsleistungen, angekündigt. Bereits 2015 hatten die Chinesen Swissport, den weltweit größten Boden- und Fracht-Dienstleister erworben.

Oft mit Ängsten verbunden

Auch in Deutschland fallen chinesische Unternehmen immer wieder durch Übernahmen auf. Dem "Manager Magazin" zufolge ist der Chemiekonzern Chemchina am Kohlenstoffspezialisten SGL interessiert. Das Übernahmeangebot des Elektrokonzerns Midea für den Roboterbauer Kuka liegt bereits auf dem Tisch. Zudem will ein chinesischer Fonds den Chipfabrik-Ausrüster Aixtron kaufen.

Nach wie vor sind vielen Anlegern in Deutschland aber Angebote aus Fernost nicht geheuer. "Ich habe Angst vor der Übernahme durch die Chinesen", hatte ein Wirtschaftsberater auf der Kuka-Hauptversammlung in der vergangenen Woche gesagt. Friedolin Strack, im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zuständig für internationale Märkte, meinte jüngst hingegen: "Die Ängste vor Arbeitsplatz- und Technologieverlusten sind oft unbegründet."

Quelle: n-tv.de, bad/dpa

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