Wirtschaft

Condor-Verkauf auf Eis Chinesen schnappen sich Thomas Cook

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Geht es nun aufwärts für Thomas Cook?

(Foto: REUTERS)

Thomas Cook, der älteste Reiseveranstalter der Welt, könnte bald mehrheitlich einem chinesischen Mischkonzern gehören. Was bedeutet das für die deutsche Fluggesellschaft Condor, die zur Airline-Gruppe des Touristikkonzerns gehört?

Chinesen könnten groß beim angeschlagenen Touristikkonzern Thomas Cook einsteigen. Der chinesische Mischkonzern Fosun arbeitet daran, den ältesten Reiseveranstalter der Welt zu übernehmen. Man befinde sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit der Gruppe und den beteiligten Banken über eine Kapitalspritze von 750 Millionen britischen Pfund (rund 834 Millionen Euro), teilte Thomas Cook in London mit. Die Fosun-Gruppe hält bereits 18 Prozent an dem Reisekonzern und würde im Gegenzug zu Kapitalspritze und Schuldenabbau die Mehrheit an der Reisesparte der Briten erlangen.

Thomas Cook
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Mit der Finanzspritze würde man auf einer ganz neuen Kapitalgrundlage stehen, sagte Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser. Wegen der hohen Schulden habe man seit 2012 rund 1,2 Milliarden Pfund an Zinsen und Kreditkosten zahlen müssen. Jedes Jahr habe man rund 3 Millionen Reisen verkaufen müssen, um allein die Zinslast zu begleichen.

"Befreiungsschlag" für Condor

Der Deal betrifft auch die deutschen Ferienflieger von Condor. Die Fluggesellschaft ist Teil der Airline-Gruppe von Thomas Cook - die war extra vorher ausgegliedert worden. Fosun soll nun nur eine signifikante Minderheit an dieser Gruppe übernehmen. Dieses Manöver ist erforderlich, um die europäischen Flugrechte behalten zu können. Ursprünglich hatte auch Lufthansa Interesse an Condor gehabt, dieses aber nicht weiter verfolgt.

Von rund 9000 Beschäftigten der drei Thomas-Cook-Airlines arbeiten etwa 4000 bei der deutschen Gesellschaft Condor mit Hauptsitz in Frankfurt. Die Fluggesellschaften haben zusammen gut 100 Flugzeuge in Deutschland, Großbritannien und Skandinavien stationiert und arbeiten seit Jahren im Konzern vergleichsweise eigenständig und profitabel.

Den angestrebten Schuldenschnitt und die geplante Selbstständigkeit mit engen Geschäftsbeziehungen zum Veranstalter würde man als "Befreiungsschlag" empfinden, hieß es in Airline-Kreisen. Das frische Geld soll Thomas Cook ausreichenden Spielraum für das Winterhalbjahr 2019/2020 liefern und Investitionen ermöglichen. Mit den rund 750 Millionen Pfund sollen auch die Schulden der Briten signifikant sinken.

Anteile der übrigen Aktionäre sollen verwässert werden

Ein Teil der Verbindlichkeiten soll dabei den Plänen zufolge auch in Eigenkapital gewandelt werden, was die Anteile der übrigen Aktionäre deutlich verwässern würde. Der Kurs der Aktie brach daher ein und notierte am Vormittag mehr als 40 Prozent unter dem Startkurs.

Fankhauser bezeichnete den geplanten Deal zu Lasten der übrigen Anteilseigner als "pragmatische und verantwortliche Lösung", um die Zukunft von Thomas Cook zu sichern. Es seien grundsätzlich gute Nachrichten für die Beschäftigten, die Kunden und die Zulieferer des Unternehmens. Fankhauser ließ offen, ob Thomas Cook nach Abschluss von der Börse genommen wird.

Thomas Cook ist der älteste Reiseanbieter der Welt. Seine erste Pauschalreise hatte der gleichnamige Baptistenprediger im Juli 1841 organisiert, um rund 500 Reisende per Bahn vom britischen Leicester zu einem Treffen nach Loughborough zu bringen.

Quelle: n-tv.de, Christian Ebner und Andreas Riechert, dpa

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