Wirtschaft

Aktie geht durch die DeckeChinesischer Konzern wird größter Puma-Aktionär

27.01.2026, 10:01 Uhr
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Das Logo des chinesischen Sportartikel-Konzerns Anta Sports hängt an einem Ladeneingang (Foto: picture alliance/dpa)

Puma kämpft mit einer schwächelnden Nachfrage. Französische Investoren ziehen sich deshalb zurück. Ein Unternehmen aus China sieht dagegen Potenzial. Es ist nicht seine erste Übernahme einer westlichen Marke.

Der chinesische Sportartikel-Konzern Anta Sports wird für 1,51 Milliarden Euro größter Aktionär beim deutschen Rivalen Puma. Anta übernehme einen Anteil von 29,06 Prozent von der Investmentgesellschaft Artémis der französischen Familie Pinault, teilte das Unternehmen mit. Der gebotene Preis von 35 Euro je Aktie entspreche einem Aufschlag von 62 Prozent auf den Puma-Schlusskurs vom Montag. Puma-Aktien schossen am Dienstag um bis zu 21,2 Prozent auf 26,21 Euro nach oben.

Anta ist Eigentümer diverser Sportmarken wie Fila und Jack Wolfskin und kündigte an, nach Abschluss der Transaktion Sitze im Puma-Aufsichtsrat anzustreben. Man sei überzeugt, dass Puma mit dem chinesischen Unternehmen als größtem Investor seine internationale Wettbewerbsfähigkeit steigern und die Markenbekanntheit ausbauen könne.

Der neue Puma-Großaktionär will der angeschlagenen Marke vor allem in China auf die Sprünge helfen. Der Umbau von Puma müsse beschleunigt werden, um das volle Potenzial der Marke auszuschöpfen, sagte Wei Lin, der bei Anta als Vice President für Investor Relations und die Integration von Beteiligungen zuständig ist. "Puma hat auf dem chinesischen Markt mehr Potenzial", sagte er. Der Herzogenauracher Konzern erwirtschafte dort nur sieben Prozent des weltweiten Umsatzes. "Wir wissen, wie wir Puma in China erfolgreicher machen können."

Noch kein Kontakt zum Puma-Vorstand

Kontakt mit dem Puma-Vorstand um Arthur Hoeld habe es noch nicht gegeben, da die Verhandlungen nur mit dem bisherigen Großaktionär Artemis geführt worden seien. "Aber unser Top-Management wird heute Morgen als Erstes mit ihnen sprechen", sagte Wei Lin. "Wir haben Vertrauen in den Vorstandschef und sein Team."

Anta hat bereits Erfahrung mit der Übernahme westlicher Marken. 2019 führte der Konzern ein Konsortium zum Kauf von Amer Sports, dem Eigentümer des Schlägerherstellers Wilson und des Bergsportspezialisten Salomon.

Puma hatte zuletzt mit einer schwächeren Nachfrage zu kämpfen. Die Verkäuferin Artémis, die vom Chef des Luxusgüterkonzerns Kering, François-Henri Pinault, geführt wird, hatte den Anteil zuvor als nicht strategisch bezeichnet. Das Geschäft muss noch von den Wettbewerbsbehörden und den Anta-Aktionären genehmigt werden.

Quelle: ntv.de, chl/rts

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