Wirtschaft

Analysten sind ratlos Coba-Aktie fällt wie ein Stein

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Bergab geht es im frühen Handel für das Papier der Commerzbank.

(Foto: imago/Westend61)

Kräftig runter geht es mit den Papieren der teilstaatlichen Commerzbank im frühen Handel. Dabei fallen die Zahlen aus Sicht von Analysten nicht schlecht aus - im Gegenteil. Für den Kurssturz von fast zehn Prozent sorgt wohl eine andere Nachricht.

Steil nach unten ging es am Tag des Quartalsberichts für die Aktien der Commerzbank. Nach bereits schwachem Beginn weiteten sich die Verluste bis zum Mittag deutlich aus - allerdings in einem sehr schwachen Gesamtmarkt, in dem vor allem Bankenaktien unter Druck standen. Die Coba-Aktie brach um mehr als neun Prozent ein auf ihr Tagestief bei 7,33 Euro, so wenig wie zuletzt Anfang April. Das Jahrestief bei 6,21 Euro von Anfang Februar ist allerdings noch ein ganzes Stück entfernt.

Commerzbank
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Die Commerzbank hat in den ersten drei Monaten wegen der heftigen Marktschwankungen und der hartnäckig niedrigen Zinsen deutlich weniger verdient. Für den weiteren Jahresverlauf gibt sich das Institut zudem vorsichtig. Im ersten Quartal sank der Nettogewinn der Commerzbank auf 163 Millionen von 338 Millionen Euro. Analysten hatten mit 156 Millionen Euro etwas weniger erwartet.

Eine echte Erklärung für die deutlichen Abgaben haben Händler und Analysten jedoch nicht. Sie können den Zahlen durchaus gute Seiten abgewinnen. Ingo Frommen von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) etwa gefallen die operative Entwicklung und die Wachstumsstrategie "sehr gut". Sie belegten den positiven Ausgang des Konzernumbaus der vergangenen Jahre, schrieb der Analyst. Die schwachen Finanzzahlen seien offenbar überwiegend den externen Effekten geschuldet, die auch andere Banken hart trafen. Auch Philipp Häßler von Equinet bescheinigt der Bank eine erfolgreiche Restrukturierung des Geschäftes in den letzten Jahren. Er sieht die Commerzbank weiter auf einem guten Weg zurück zur Normalität.

Berichte über Cum-Cum-Geschäfte könnten belasten

Als etwas belastend für das Papier dürften Medienberichte über Cum-Cum-Geschäfte wirken. Besonders aktiv bei diesen sogenannten Cum-Cum-Transaktionen sei die Commerzbank gewesen, die zu gut 15 Prozent dem Staat gehört, berichtete Medien unter Berufung auf vertrauliche Unterlagen. Pikant daran: Dem Staat entgingen auf diese Weise mehr als eine Milliarde Euro Steuern pro Jahr, berichteten der Bayerische Rundfunk, das "Handelsblatt" und andere Medien.

Die Commerzbank bestätigte die Mitwirkung an Cum-Cum-Geschäften, betonte aber, sie halte sich dabei an Recht und Gesetz. Bei täglich mehr als 100.000 Handelsgeschäften mit Tausenden unterschiedlichen Kunden und Banken handele sie "zwangsläufig" in Cum-Cum-Situationen. "Wir stellen durch umfangreiche interne Systeme und Kontrollen sicher, dass alle Handelsgeschäfte im Einklang mit dem geltenden Recht stehen", sagte ein Sprecher.

Quelle: ntv.de, kst/rts/DJ

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