Wirtschaft

Umfassender Jobabbau steht bevor Commerzbank bietet künftig Altersteilzeit an

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Die Commerzbank will 10.000 ihrer weltweit rund 40.000 Stellen abbauen.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Mit einem radikalen Umbau will die Commerzbank wieder profitabel werden. Allein in Deutschland soll jede dritte Stelle wegfallen. Um jedoch auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu können, will das Geldhaus offenbar einen umfassenden Sozialplan auf den Weg bringen.

Die Commerzbank setzt bei ihrem geplanten Jobabbau einem Medienbericht zufolge auf Altersteilzeit- und Vorruhestandsregelungen. Der mit den Arbeitnehmervertretern ausgehandelte Plan sehe im Kern eine Altersteilzeit-Regelung für Beschäftigte der Jahrgänge bis 1969 vor, berichtet die "Börsen-Zeitung".

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Das Programm läuft dem Bericht zufolge acht Jahre lang und sei in zwei Phasen aufgeteilt. Die ersten vier Jahre arbeiteten die Mitarbeiter in Vollzeit, erhielten aber nur die Hälfte ihres Gehalts. Zudem gebe es eine Vorruhestandsregelung, die für Beschäftigte gelte, die ihr 56. Lebensjahr im Laufe des Jahres 2024 vollenden. Laut Informationen von Reuters soll der Gesamtbetriebsrat dem Sozialplan am Freitag zustimmen. In diesem Fall könnte es der Bank gelingen, bei der Restrukturierung auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.

Bereits Anfang April hatte Bankchef Manfred Knof ein Freiwilligenprogramm für 1700 Mitarbeiter in die Wege geleitet, das im ersten Quartal mit knapp einer halben Milliarde Euro zu Buche schlug. Bei der Vorstellung seiner Umbaupläne zu Jahresbeginn hatte Knof gesagt, dass er ohne Kündigungen auskommen wolle.

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Die Bank will insgesamt 10.000 ihrer weltweit rund 40.000 Stellen abbauen. In Deutschland fällt jede dritte Stelle weg. Insgesamt kostet der Umbau 1,8 Milliarden Euro. Der Großteil des Stellenabbaus betrifft das Privatkundengeschäft, da bundesweit 350 der knapp 800 Filialen geschlossen werden. Auch die Zentrale in Frankfurt dürfte nicht verschont bleiben. Im Ausland fallen ebenfalls Stellen weg, weil die Bank sich aus zahlreichen Ländern zurückzieht. Mit den Umstrukturierungen will Knof die Commerzbank wieder nachhaltig profitabel zu machen. 2020 fiel ein Verlust von 2,9 Milliarden Euro an. Bereits in diesem Jahr soll das Betriebsergebnis wieder positiv sein.

Knof hatte sich zum Ziel gesetzt, die Sozialpläne bis zur Hauptversammlung unter Dach und Fach zu haben. Diese hätte ursprünglich am vergangenen Mittwoch stattfinden sollen, wurde aber wegen Personalquerelen im Aufsichtsrat auf den 18. Mai verschoben. Die Quartalszahlen legt die Bank am 12. Mai vor.

Quelle: ntv.de, cri/rts

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