Wirtschaft

Comdirect-Aktionäre standhaft Commerzbank muss Umweg gehen

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Die Commerzbank will durch die Integration Kosten sparen.

(Foto: imago images/Steinach)

Die Commerzbank will ihre Online-Tochter komplett schlucken. Doch die ohnehin nur noch wenigen Aktionäre konnte das Finanzinstitut nicht komplett überzeugen. Das weitere Vorgehen wird nun mühsamer. Am Vorhaben aber ändert sich nichts.

Die Commerzbank muss bei der angestrebten Komplettübernahme der Tochter Comdirect einen Umweg gehen. Wie die Bank mitteilte, wurden ihr bis zum Ende der Frist vergangenen Freitag 457.343 Aktien angedient. Inklusive der bereits gehaltenen Anteile von 82 Prozent liege die Beteiligung nun leicht darüber bei rund 82,63 Prozent - die Mindestannahmeschwelle lag bei 90 Prozent der Aktien. Eine Verschmelzung auf die Commerzbank über einen Squeeze-Out ist damit nicht möglich.

Damit greift Plan B der Commerzbank, um eine direkte Verschmelzung durchführen zu können. Die Minderheitsaktionäre der Comdirect sollen statt Barmitteln als Entschädigung nun Commerzbank-Aktien bekommen. Das Tauschverhältnis wird auf Basis eines Gutachtens zum Wert beider Unternehmen bestimmt. Die Hauptversammlungen sowohl der Commerzbank als auch der Comdirect müssen einem solchen Vorgehen zustimmen.

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"Von der Logik der Integration der Comdirect sind wir fest überzeugt, und wir sind gut vorbereitet", wird Commerzbank-Chef Martin Zielke in der Mitteilung zitiert. Jetzt stehe die Direktverschmelzung der Comdirect auf die Commerzbank an. "Die dafür notwendigen Maßnahmen werden wir nun unverzüglich einleiten." Von der Komplettübernahme verspricht sich die Bank Synergien und Skaleneffekte.

Das Angebot der Commerzbank lag bei 11,44 Euro je Comdirect-Aktie, was einem Aufschlag von 25 Prozent auf den unbeeinflussten Comdirect-Schlusskurs vom 19. September entsprach. Der Comdirect-Großaktionär Petrus Advisers, der seine Anteile zuletzt auf 7,5 Prozent aufgestockt hatte, lehnte die Offerte als zu niedrig ab. Eine Komplettübernahme und Vollintegration sei zwar angesichts der avisierten Synergien von 150 Millionen Euro sinnvoll, hatte Petrus Advisers Anfang des Monats mitgeteilt. Der geplante Kaufpreis von nur 286 Millionen Euro  für die Minderheitsanteile an Comdirect stehe aber in keinem Verhältnis zu den finanziellen Vorteilen, die für die Commerzbank im Falle einer Komplettübernahme entstünden.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ