Wirtschaft

4,90 Euro oder Mindesteingang Commerzbank verlangt Geld für Girokonto

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Die Commerzbank fordert nun auch von ihren Bestandskunden Gebühren.

(Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild)

In Zeiten der Niedrigzinsen sehen sich Geldhäuser nach Möglichkeiten um, Kosten zu sparen und gleichzeitig Geld zu verdienen. Das betrifft auch die Commerzbank. Deutschlands zweitgrößte Privatbank bittet nun ihre Kunden zur Kasse.

Die Commerzbank verabschiedet sich vom kostenlosen Privat-Girokonto ohne Vorbedingungen. Auch Bestandskunden müssen künftig einen monatlichen Mindesteingang von 700 Euro und die vollständig elektronische Nutzung ihres Kontos zusagen, wenn sie weiterhin ohne Grundgebühr auskommen wollen. Sonst werden nach dem neuen Preismodell monatlich mindestens 4,90 Euro fällig. Diese Bedingungen galten für Neukunden bereits seit Oktober.

Bestandskunden, auf deren Konten monatlich mindestens 700 Euro eingehen, können sich bei der Bank melden und in das Kontomodell "Basic" wechseln. Das ist weiterhin kostenlos, wird aber als reines Online-Konto geführt. Leistungen wie Scheckeinreichungen müssen extra bezahlt werden.

Die Bank bestätigte interne Äußerungen des Bereichsvorstandes Arno Walter, wonach das Institut mit der neuen Preispolitik voraussichtlich Kunden verlieren werde. Dies seien aber keine Kunden, für die man die Hausbank sei. Walter begründete die Umstellung demnach mit dem Kostendruck: "Jedes Konto kostet. Und der Niedrigzins belastet die Erträge. Erfolg definiert sich nicht allein über die Anzahl von Kunden oder Konten, sondern über den Ertrag."

Zuvor hatte schon die Direkt-Tochter Comdirect das einst stark beworbene kostenlose Girokonto ohne Bedingungen abgeschafft. Allgemein drehen viele Banken wegen fehlender Erträge an der Gebührenschraube und erheben zunehmend auch Negativzinsen auf hohe Einlagen.

Analysten sehen vor allem Großbanken unter einem hohen Druck, ihre Kosten zu reduzieren. Hier stehen Personaleinsparungen und Filialschließungen an. Großbanken verringerten die Zahl ihrer Filialen im vergangenen Jahr um mehr als ein Viertel auf 4643, die Deutsche Bank sogar um 28,5 Prozent. Das Filialnetz der Regionalbanken verringerte sich um knapp 7 Prozent auf 1161 Zweigstellen. Die Commerzbank schloss 2020 über ein Sechstel ihrer Filialen.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/DJ

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