Wirtschaft

Bank will mehr Geld verdienen Commerzbank verspricht Dividende

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Oberaufseher Klaus-Peter Müller verabschiedet sich von den Aktionären.

(Foto: imago/Hannelore Förster)

Aktionär der Commerzbank zu sein, ist kein allzu großes Vergnügen. Seit der Finanzkrise sind die Anteilseigner lediglich einmal mit einer Dividende bedacht worden. Das soll sich ändern. Doch der Weg dahin überzeugt nicht alle.

Die Commerzbank sieht sich nach Zuwächsen im ersten Quartal auf Kurs und verspricht den Aktionären ein Ende der jahrelangen Durststrecke. "Den Gewinn wollen wir dieses Jahr steigern. Und wir streben an, für das Geschäftsjahr 2018 wieder eine Dividende zu zahlen", sagte Konzernchef Martin Zielke auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Dafür habe die Bank im ersten Quartal bereits Geld zur Seite gelegt. "Wir sind auf einem guten Weg", sagte Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller, der das Aktionärstreffen zum letzten Mal leitete und nun nach mehr als fünf Jahrzehnten bei der Bank seinen Abschied nimmt.

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Zuletzt hatte die Commerzbank für 2015 eine Dividende von 20 Cent je Aktie gezahlt - die bisher einzige Gewinnausschüttung seit der Finanzkrise. Auch für 2018 dürfte die Dividende nicht üppig ausfallen, die Bank strebt eine "konservative Auszahlung" an, wie Zielke sagte. "Für die Folgejahre streben wir ebenfalls Dividendenzahlungen an." Mittelfristig könnten die Aktionäre mit einer Ausschüttungsquote von 30 bis 40 Prozent rechnen. Die Anleger konnte Zielke nicht begeistern: Mit einem Minus von fast drei Prozent war die Aktie am Dienstag zweitschlechtester Wert im Leitindex Dax.

Zielke verweist auf wegfallende Kosten

Mit dem Start ins Jahr zeigte sich Zielke zufrieden. "Wir haben unseren Wachstumskurs auch im ersten Quartal fortgesetzt", sagte Zielke vor rund 1100 Aktionären - das waren deutlich weniger als im vergangenen Jahr. "Die Erträge entwickelten sich im Vergleich zum Vorquartal stabil." Die Bank habe sowohl im Privatkunden- als auch im Firmenkundengeschäft neue Kunden gewonnen und dadurch den harten Preiskampf ausgleichen können. Bank legt ihre Zahlen am 15. Mai vor.

"Sie bekommen das Kundenwachstum nicht auf die Ertragsschiene", kritisierte Rechtsanwalt Markus Kienle von der Aktionärsvereinigung SdK. Auch Klaus Nieding von der Aktionärsvereinigung DSW verwies auf den mageren Gewinn im vergangenen Jahr, der sich 2017 auf 156 Millionen von 279 Millionen Euro im Jahr davor fast halbierte. "Die von Ihnen ausgegebenen Ziele von sechs bis acht Prozent Rendite in den nächsten zwei Jahren erscheinen daher mehr als ambitioniert." Zielke verwies auf den Wegfall der Umbaukosten, die das Ergebnis im vergangenen Jahr mit gut 800 Millionen Euro belasteten. "Wir sind auf gutem Weg, unsere Renditeziele zu erreichen", sagte der Commerzbank-Chef.

Die Commerzbank hatte sich sich an der Übernahme der Dresdner Bank in der Finanzkrise verhoben und musste mit Steuermilliarden stabilisiert werden. Der Bund ist auch ein Jahrzehnt nach der Rettungsaktion mit 15,6 Prozent größter Einzelaktionär.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts