Wirtschaft

Umbaufantasie treibt Aktienkurs Continental erwägt Konzernaufspaltung

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Continental ist bekannt als Autozulieferer und Reifenhersteller.

(Foto: dpa)

Angesichts des Wandels der Autobranche deutet Continental bereits vor einem Jahr einen umfassenden Konzernumbau an. Die Stunde der Wahrheit scheint Berichten zufolge gekommen. Die Aktie des Autozulieferers schießt in die Höhe.

Continental prüft womöglich einen Konzernumbau. Banken hätten dem Autozulieferer in den vergangenen Monaten zahlreiche Vorschläge unterbreitet, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person. Der Vorstand höre sich das an, hieß es, einen konkreten Plan gebe es aber nicht. Zu den Vorschlägen soll unter anderem eine neue Holding gehören. Mit einer Aufspaltung würde Conti dem Beispiel von Zulieferern wie Delphi und Autoliv folgen.

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Angesichts des Wandels der Autobranche hin zu Elektroautos hatte der Dax-Konzern aus Hannover bereits vor einem Jahr eine Neuausrichtung seines Geschäfts für Antriebsstränge und Verbrennungsmotoren angekündigt. Weil mit immer weniger Nachfrage nach Neuentwicklungen in Mechanik und Hydraulik gerechnet wird, sollen die Investitionen schrittweise zurückgefahren werden. Zugleich soll mehr Geld in Elektroantriebe fließen. An der Technologie für Verbrennungsmotoren halten die Niedersachsen aber fest.

Schon damals war auch über eine Herauslösung der Sparte aus dem Konzern nachgedacht worden. "Wir haben damals unter vielen Möglichkeiten auch ein Herausschälen des Geschäfts nicht ausgeschlossen", sagte der Insider. Es gebe eine Menge Spielarten. Offen sei jedoch, ob Conti davon etwas verfolgen werde.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor berichtet, Continental erwäge den umfassendsten Konzernumbau seiner Firmengeschichte. Diskutiert werde auch eine Aufspaltung, hieß es unter Berufung auf Insider. Conti wollte sich nicht dazu äußern.

Jahr voller Bestmarken

An der Börse sprang die Aktie des Autozulieferers vor dem Hintergrund der Aufspaltungsfantasien in die Höhe. Zwischenzeitlich legte sie rund acht Prozent zu auf einen Rekordwert von 257,40 Euro. Gegen 15 Uhr notierte sie noch mit gut vier Prozent im Plus bei 248,10 Euro. Seit Jahresanfang hat die Aktie bereits mehrere Rekordmarken übertrumpft.

Continental erwartet für das vergangene Jahr einen Gesamtumsatz von mehr als 44 Milliarden Euro. Der Konzern beschäftigt etwa 220.000 Mitarbeiter an über 200 Standorten in 53 Ländern. Jeder Umbau des Autozulieferers bedarf der Zustimmung der Schaeffler-Familie, die seit der feindlichen Übernahme nach der Finanzkrise 2008 etwa 46 Prozent der Unternehmensaktien hält.

Quelle: ntv.de, chr/rts

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