Wirtschaft

Versicherer zahlt nur Teil Cook-Kunden sollen bis Juni Geld sehen

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Die Pleite ihres Reiseveranstalters erwischte viele Kunden in ihrem Urlaub.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei der Abwicklung der Thomas-Cook-Pleite sind die Ansprüche Zehntausender Urlauber noch ungeklärt. Bis zum Sommer will Zurich alle Betroffenen entschädigen. Allerdings übernimmt die Versicherung nicht alles. Den Rest müssen sich die Touristen an anderer Stelle holen.

Die Zurich-Versicherung will bis Juni alle Kunden des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook entschädigt haben. Allerdings reicht die Versicherungssumme nur für einen Teil der Forderungen. Derzeit laufen noch "aufwendige Einzelprüfungen" ausstehender Fälle, wie Zurich der "Welt" mitteilte. "Wir verfolgen aber das Ziel, bis Juni auch alle manuell zu bearbeitenden Einzelfälle zu regulieren."

Wie die "Welt" berichtete, erfassten die Insolvenzverwalter bislang die Ansprüche von rund 110.000 Reisenden. Insgesamt soll sich das Unternehmen um rund 220.000 Kunden des insolventen Reiseveranstalters kümmern. Zehntausende haben bereits eine Entschädigung bekommen.

Das Verfahren habe sich unter anderem verzögert, da in etwa jedem zehnten Fall einem Kundenanspruch keine entsprechende Buchungsnummer zuzuordnen sei. "Weitere 35.000 Fälle können wegen inkorrekter Kontonummern nicht angewiesen werden oder erweisen sich als Doppelerfassungen", erklärte der Versicherer.

Die deutsche Thomas Cook war durch die Pleite des britischen Mutterkonzerns ebenfalls in die Krise gerutscht und hatte Ende September Insolvenz angemeldet. 140.000 Urlauber wurden davon im Urlaub überrascht. Sie wurden nach Hause gebracht, dafür zahlte Zurich 59,6 Millionen Euro. Da die Haftung für den Kundengeldabsicherer von Thomas Cook pro Geschäftsjahr gesetzlich auf 110 Millionen Euro begrenzt ist, kann Zurich nach eigenen Angaben nicht für alle geltend gemachten Ansprüche aufkommen.

Den Rest sollen die Touristen vom Bund in einem gesonderten Verfahren erstattet bekommen. Laut Insolvenzverwaltung hat sich dazu aber erst jeder zweite Berechtigte angemeldet.

Quelle: ntv.de, hul/AFP/dpa