Wirtschaft

Hoffnung auf Hilfspaket Corona-Sorgen belasten Börsen

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Einige Investoren wetten bereits auf die Markteinführung eines Corona-Impfstoffs.

(Foto: AP)

Kommt ein Konjunkturpaket noch vor der Wahl? Aussagen von Nancy Pelosi sorgen zwischenzeitlich für Zuversicht an der Börse, doch die ist nicht von Dauer. Nach verhaltenem Handelsstart schließen die wichtigen Indizes alle im Minus.

Corona-Pandemie lastet weiter auf der Stimmung der Aktienanleger. "Sie beunruhigt das mittlerweile außer Kontrolle geratene Infektionsgeschehen in der alten Welt", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Gleichzeitig wetteten einige Investoren bereits auf die Markteinführung eines Corona-Impfstoffs, obwohl dieser wohl erst im zweiten Quartal 2021 verfügbar sein werde, sagte Mark Haefele, Chef-Anleger der Vermögensverwaltung der Bank UBS. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gab nach einem leicht positiven Auftakt bis zum frühen Montagnachmittag in New York um 0,3 Prozent auf 28.520 Punkte nach.

Dow Jones
Dow Jones 29.638,64

Der breit gefasste S&P 500 verringerte sich um 0,3 Prozent auf 3472 Zähler. Der technologielastige Nasdaq verlor 0,2 Prozent auf 11.648 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,4 Prozent tiefer bei 12.854 Punkten, der EuroStoxx50 verlor 0,3 Prozent auf 3235 Zähler. Dabei behinderte eine Technik-Panne beim Börsenbetreiber Euronext die Geschäfte an europäischen Handelsplätzen wie Paris und Amsterdam über mehrere Stunden.

Wieder wachsende Hoffnungen auf frischen Wind für die US-Konjunktur hatten der Wall Street im frühen Handel noch leichten Auftrieb gegeben. Mut machten Investoren Aussagen von Nancy Pelosi, der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses. Sie hatte sich optimistisch geäußert, dass ein Hilfspaket noch vor der Präsidentschaftswahl Anfang November verabschiedet werden könne, sollten sich Demokraten und Republikaner bis Dienstag einigen.

Daten aus China bremsen den Abwärtstrend

Größere Kursverluste wurden durch chinesische Konjunkturdaten verhindert, obwohl die dortige Wirtschaftsentwicklung im dritten Quartal mit plus 4,9 Prozent hinter der Markterwartung von 5,2 Prozent zurückblieb. "Chinas Wirtschaft ist bei weitem nicht in Topform", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Aber sie erholt sich solide."

American Airlines
American Airlines 14,13

Bei den US-Einzelwerten gewannen die Titel von American Airlines 2,5 Prozent. Die US-Fluggesellschaft will ihre Boeing 737 MAX bis zum Jahresende wieder in die Luft bringen, sofern die US-Aufsicht grünes Licht gibt. Behörden hatten den Maschinen dieses Typs nach zwei Abstürzen weltweit die Starterlaubnis entzogen. Die Aktien von Boeing notierten 0,7 Prozent höher. Der Ölkonzern ConocoPhilips konnte dagegen mit der 9,7 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Schieferöl-Förderers Concho bei den Anlegern nicht punkten. Die ConocoPhilips-Aktien verloren 0,3 Prozent, die Concho-Papiere gewannen moderate 0,2 Prozent hinzu. ConocoPhilips zahlt den Kaufpreis ausschließlich in eigenen Aktien.

Die Anteilsscheine von Microchip Technology rückten um 1,5 Prozent vor, nachdem Morgan Stanley den Chiphersteller auf "overweight" hochgestuft hatte.

Quelle: ntv.de, ino/rts