Wirtschaft

Umsatz bricht ein Coronavirus-Krise trifft Adidas massiv

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Die geschlossenen Geschäfte lassen den Umsatz von Adidas einbrechen.

(Foto: dpa)

Adidas leidet massiv unter den Folgen der Coronavirus-Pandemie. Im ersten Quartal verzeichnet der Konzern ein Umsatzminus von 19 Prozent. Im zweiten Quartal wird ein Rückgang um 40 Prozent erwartet. Das Onlinegeschäft nimmt zwar zu, kann die Verluste aber nicht wettmachen.

Der weltweit zweitgrößte Sportartikelkonzern Adidas leidet massiv unter der Coronavirus-Krise. Im ersten Quartal, in dem sich vor allem die Folgen der Ladenschließungen zur Eindämmung der Ansteckungsgefahr in China zeigten, brach der Umsatz schon um 19 Prozent auf 4,75 Milliarden Euro ein, wie Adidas in Herzogenaurach mitteilte. Im zweiten Quartal, in dem die Krise den Rest der Welt erfasst hat, rechnet das Management um Vorstandschef Kasper Rorsted sogar mit einem Rückgang um 40 Prozent.

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Das Betriebsergebnis war in den ersten drei Monaten mit 65 (Vorjahr: 875) Millionen Euro noch positiv, obwohl es um mehr als 90 Prozent schrumpfte. Von April bis Juni werde aber ein Verlust zu Buche stehen, kündigte Rorsted an. Seit Mitte März sind gut 70 Prozent der eigenen Läden weltweit und die meisten Geschäfte der Sportartikelhändler geschlossen.

Für die Krise hat sich der Konzern einen Finanzpuffer von mehr als vier Milliarden Euro geschaffen. Adidas hatte sich vor zwei Wochen einen Notfallkredit über drei Milliarden Euro besorgt, von dem die staatliche Förderbank KfW allein 2,4 Milliarden bereitstellt. Zudem seien Kreditlinien gezogen worden, sodass Adidas bereits Ende März fast zwei Milliarden Euro zur Verfügung hatte, um die Mittelabflüsse wettzumachen.

Im ersten Quartal allein flossen mehr als 1,4 Milliarden Euro ab, obwohl Adidas einen milliardenschweren Aktienrückkauf stoppte, die Dividende strich und Manager auf Boni verzichteten. Die Entscheidung, die Mieten für die Läden auszusetzen, hatte Rorsted nach scharfen öffentlichen Protesten wieder zurückgenommen.

Wegen Unsicherheit keine Prognose

Hatte das Unternehmen Ende 2019 unter dem Strich noch mehr als 900 Millionen Euro auf der hohen Kante, lag die Nettoverschuldung Ende März bei 570 Millionen Euro. Analysten hatten damit gerechnet, dass Adidas in den ersten drei Monaten etwas glimpflicher davonkommen werde. Sie hatten nur einen operativen Gewinnrückgang um 80 Prozent erwartet.

Die Online-Umsätze, die im Quartal um 35 Prozent nach oben schnellten, konnten den wegbrechenden Umsatz in den Läden nicht wettmachen. Allein in China, dem größten Einzelmarkt, büßte das Unternehmen 800 Millionen Euro Umsatz ein - ein Minus von 58 Prozent. Nach dem Virus-Ausbruch in der Millionenstadt Wuhan im Januar blieben für Wochen fast alle Läden in dem Land geschlossen. Damit sich die unverkauften Waren nicht in den Lagern türmten, nahm Adidas Produkte von den Händlern wieder zurück. Im März verkaufte Adidas über das Internet 55 Prozent mehr Waren.

Eine Prognose für das Gesamtjahr traut sich Adidas nicht zu, solange unklar ist, wie lange die Läden in Europa und Amerika geschlossen bleiben müssen und ob die Kunden dann wieder wie vor der Krise kaufen. "Wir konzentrieren uns derzeit auf die Bewältigung der Situation und verstärken unseren Einsatz, um von der Erholung in China und den Möglichkeiten im E-Commerce zu profitieren", sagte Rorsted.

Quelle: ntv.de, mli/rts