Wirtschaft

Wacker-Vertrag gekündigt Curevac reagiert auf Impfstoff-Desaster

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Der Corona-Impfstoff von Curevac enttäuscht bei seiner Wirksamkeit.

(Foto: picture alliance/dpa)

Curevac ringt weiter um seinen Corona-Impfstoff. Erste Studien enttäuschten bei der Wirksamkeit. Das Tübinger Unternehmen zieht deshalb Konsequenzen und kündigt einen Vertrag für die Produktion des Vakzins. Das betroffene Unternehmen rechnet nicht mit deutlichen Einflüssen auf die eigenen Geschäfte.

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac hat den Vertrag mit Wacker Chemie für die Produktion seines Covid-19-Impfstoffs gekündigt. Grund dafür sei ein geringer Bedarf an Produktionskapazitäten für den mRNA-Impfstoffkandidaten CVnCOV gegen Covid-19 von Curevac, wie die Wacker Chemie AG mitteilte. Man rechne aber nicht mit wesentlichen Einflüssen auf Umsatz und Ergebnis 2021 im betroffenen Geschäftsbereich Wacker Biosolutions, teilte der Münchener MDax-Konzern mit.

"Das ändert ebenfalls nichts an den mittelfristigen Zielen für den Geschäftsbereich Biosolutions", sagte Geschäftsbereichsleiterin Susanne Leonhartsberger. "Wir sind zuversichtlich, dass wir die frei werdenden Kapazitäten in Zukunft für andere Kunden zur Produktion ihrer mRNA- oder anderen Moleküle zur Verfügung stellen können." Wacker hatte im Juni mitgeteilt, die mRNA-Plattform sei eine Produkt-Plattform, auf der auch für andere mRNA-Vakzin-Kandidaten oder andere mRNA-Applikationen produziert werden könne.

Wacker und Curevac hatten ihre Kooperationsvereinbarung im November bekannt gegeben. Diese sah vor, dass Wacker im ersten Halbjahr 2021 am Standort Amsterdam mit der Produktion der mRNA-Wirkstoffsubstanz für den Curevac-Impfstoff beginnen sollte, sobald er zugelassen ist. Vorgesehen war den Angaben von damals zufolge von mehr als 100 Millionen Dosen des Impfstoffs pro Jahr vorgesehen, eine Erweiterung möglich.

Zweites Vakzin in Arbeit

Allerdings hat Curevac enttäuschende Daten zur Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten veröffentlicht. In einer Zwischenanalyse einer zulassungsrelevanten klinischen Studie mit 40.000 Probanden hatte das Mittel nur eine Wirksamkeit von 47 Prozent gegen Covid-19-Erkrankungen jeglichen Schweregrades erreicht und damit nicht die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien erfüllt. Der Impfstoffkandidat wird derzeit von der EMA geprüft.

Nun hat Curevac die bestehenden Verträge mit Wacker für die Herstellung des mRNA-Wirkstoffs sowie mit Celonic für die Herstellung und Formulierung des mRNA-Wirkstoffs gekündigt. Die bestehenden Verträge von Curevac mit Rentschler Biopharma und Novartis über die Herstellung und Formulierung von mRNA seien nicht betroffen und bleiben bestehen.

Den Angaben zufolge bedingt die Kapazitätsanpassung keine Einschränkung der Verfügbarkeit von klinischem Material für CV2CoV, den gemeinsam mit GSK entwickelten COVID-19-Impfstoffkandidaten der zweiten Generation. Eine klinische Studie für CV2CoV wird Curevac zufolge voraussichtlich im vierten Quartal 2021 beginnen.

Quelle: ntv.de, ses/DJ

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