Wirtschaft

"Staat kann nicht alles besser" DIW-Chef fordert Teilprivatisierung des BER

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Der Flughafen habe eine hohe Bedeutung für ganz Ostdeutschland, sagt Fratzscher.

(Foto: imago images/Stefan Zeitz)

Im Hinblick auf die pannenreiche Bauzeit des BER schlägt der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung vor, dass sich private Unternehmen künftig am neuen Hauptstadtflughafen beteiligen. Dies könne die Attraktivität des Standorts deutlich erhöhen. Doch Investoren müssten erst mal gefunden werden.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat sich für eine Teilprivatisierung des neuen Hauptstadtflughafens BER ausgesprochen. "Die Erfahrung mit dem Bau des Flughafens zeigt, dass der Staat nicht alles besser kann, sondern dass es auf eine kluge Partnerschaft von Staat und privaten Unternehmen ankommt, um ein so wichtiges Großprojekt erfolgreich umzusetzen", sagte Fratzscher dem "Handelsblatt". "Eine künftige Beteiligung von privaten Unternehmen kann sinnvoll sein, um das Drehkreuz BER noch attraktiver zu machen."

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht den Einstieg privater Investoren in die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) hingegen skeptisch. Es wäre zwar "sicher eine Möglichkeit", angesichts der schwierigen Finanzlage der FBB nach einem privaten Investor Ausschau zu halten. "Ob private Investoren in der aktuellen unsicheren Lage Schlange stehen, erscheint aber zweifelhaft", sagte der IW-Experte für Strukturpolitik und Mittelstand, Klaus-Heiner Röhl, der Zeitung.

Fratzscher verwies auf die "enorme wirtschaftliche Bedeutung" des neuen Flughafens in Schönefeld sowohl für Berlin als auch für Ostdeutschland insgesamt. "Er sollte Anziehungspunkt für internationale Unternehmen werden und hat eine hohe Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der ganzen Region", sagte der DIW-Chef weiter.

Quelle: ntv.de, mdi/DJ