Wirtschaft

Schlechte Wirtschaftsperspektive DIW warnt vor AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt

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DIW-Präsident Fratzscher warnt: Ein weiteres Erstarken der AfD in Sachsen-Anhalt würde "nicht nur der Region einen anhaltenden Schaden zufügen".

(Foto: picture alliance / Eventpress)

Bei den Landtagswahlen am Sonntag in Sachsen-Anhalt könnte die AfD erstmals stärkste Kraft werden. Ökonomen warnen, dass der fremdenfeindliche Kurs der Partei viele Unternehmen davon abhalten würde, weiter in dem Land zu investieren. Es drohten massive wirtschaftliche Einbußen.

Ökonomen mehrerer Wirtschaftsforschungsinstitute haben vor einem Erstarken der AfD in Sachsen-Anhalt gewarnt, wo am Sonntag ein neuer Landtag gewählt wird. "Eine Stärkung der AfD dürfte Sachsen-Anhalt wirtschaftlich massiv schwächen und Perspektiven verschlechtern", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, dem "Handelsblatt". "Unternehmen brauchen gut qualifizierte Fachkräfte und ein Klima der Offenheit und Toleranz."

In Sachsen-Anhalt finden am Sonntag Wahlen statt. Die AfD hofft auf ein ähnlich starkes Ergebnis wie vor fünf Jahren, als die Partei aus dem Stand zweitstärkste Kraft wurde und 24,3 Prozent der Stimmen erhielt. Unternehmen würden jedoch nicht in einem Bundesland investieren, in dem junge Menschen abwanderten und die Gesellschaft zunehmend gespalten sei, warnte Fratzscher. Das Bundesland habe im wirtschaftlichen Aufholprozess "vielversprechende Ansätze und Chancen gezeigt", fuhr der DIW-Chef fort. Ein weiterer Zulauf für die AfD und eine gespaltene Regierung würden daher "das Erreichte aufs Spiel setzen und nicht nur der Region einen anhaltenden Schaden zufügen".

Auch der Vizepräsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Oliver Holtemöller, warnte vor wirtschaftlichen Nachteilen. "Je größer der Anteil fremdenfeindlicher und diskriminierender Stimmen in der Gesellschaft ist, umso mehr werden qualifizierte Talente Sachsen-Anhalt nicht attraktiv finden und Unternehmensinvestitionen eher an andere Orte fließen", sagte er dem "Handelsblatt". Dabei fehle es dem Bundesland an talentiertem Nachwuchs. Ohne mehr Offenheit für Zuwanderung und ohne mehr Diversität im Berufsleben werde es für das Bundesland "schwer werden, wirtschaftlich nicht weiter zurückzufallen", warnte Holtemöller.

Quelle: ntv.de, jhe/AFP

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